iShares Global Semiconductors ETF: 24,39 Prozent unter Juni-Hoch
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 06:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF hat eine der turbulentesten Wochen des Jahres hinter sich. Nach einem scharfen Rückgang im Juli folgte zum Wochenschluss eine leichte Stabilisierung – der breite Fonds bleibt aber deutlich unter seinem Rekordniveau vom Frühsommer.
Am Freitag schloss der ETF bei 16,27 Euro, ein moderates Plus von 0,27 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Gewinn von 70,30 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark die Halbleiterbranche 2026 von der Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz profitiert hat. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Juni trennen den Fonds aber immer noch 24,39 Prozent, ein Hinweis darauf, wie heftig die Korrektur der vergangenen Wochen ausfiel.
Nvidia und die Cloud-Riesen treiben die Rally
Auslöser der jüngsten Gegenbewegung waren die Quartalszahlen der großen US-Techkonzerne. Microsoft legte an einem einzigen Handelstag rund 450 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung zu, nachdem das Cloud-Geschäft Azure um 39 Prozent gewachsen war. Amazon sprang zeitweise um 15 Prozent, gestützt von einem AWS-Wachstum von 37 Prozent und einem Auftragsbestand von 496 Milliarden Dollar. Nvidia profitierte ebenfalls, erreichte am Freitag mit rund 4,90 Billionen Dollar Marktkapitalisierung wieder den Spitzenplatz vor Apple und schloss bei 200,75 Dollar.
Morgan Stanley bezeichnete den Kursrückgang bei KI-Infrastrukturwerten im Juli, der die Aktien im Schnitt um 7 Prozent hatte fallen lassen, in einer Notiz als „ungewöhnlich attraktive Kaufgelegenheit". Die Analysten erwarten weiterhin positive Effekte aus dem breiten Ausbau der Rechenzentren. HSBC wiederum warnt in einem Szenario mit 37 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit vor einer Überinvestition der Hyperscaler, sieht in diesem Fall aber Halbleiterwerte um 11,8 Prozent jährlich zulegen – ein Zeichen, dass selbst im Vorsichtsszenario die Branche als Profiteur gilt.
Speicherpreise belasten Apple, Korea liefert Gegenimpulse
Nicht alle Signale waren positiv. Apple verlor nach Vorlage von Rekordumsätzen 7,4 Prozent an der Börse, weil das Unternehmen für das laufende Quartal ein schwächeres Umsatzwachstum als erwartet in Aussicht stellte. Firmenchef Tim Cook nannte steigende Speicherpreise als Belastungsfaktor. Auch Micron geriet unter Druck und büßte binnen einer Woche 10,6 Prozent ein, obwohl der Speicherhersteller für das kommende Quartal einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von etwa 86 Prozent in Aussicht stellt.
Auf der anderen Seite lieferte Südkorea kräftige Gegenimpulse. Die Chip-Exporte des Landes stiegen im Juli auf 41,01 Milliarden Dollar, ein Plus von 179 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der zweite Monat in Folge über der 40-Milliarden-Marke. Der Leitindex KOSPI, der im Juli um mehr als 22 Prozent eingebrochen war, erholte sich Ende des Monats an einem einzigen Tag um fast 18 Prozent. Samsung Electronics und SK Hynix legten dabei jeweils um mehr als ein Viertel zu, nachdem beide Konzerne Rekordgewinne in ihren Halbleitersparten gemeldet hatten.
Ausblick: Volatilität bleibt hoch
Die Schwankungsbreite des Sektors zeigt sich auch in den technischen Indikatoren des ETF: Mit einem RSI von 41,6 ist der Fonds weder überkauft noch überverkauft, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 68 Prozent auf ein weiterhin nervöses Marktumfeld hindeutet. Auslöser der Unsicherheit bleibt die Frage, ob die milliardenschweren Investitionen der Cloud-Konzerne in Rechenzentren nachhaltig monetarisiert werden können oder ob sich – wie im Fall des gescheiterten Hedgefonds Situational Awareness, der im Juli 67 Prozent seines Wertes verlor und sein Portfolio an Citadel abgab – überhitzte Positionierungen erneut entladen. Für Anleger im breiten Halbleiter-ETF bedeutet das: Die langfristige Wachstumsstory rund um KI-Chips bleibt intakt, kurzfristig dürfte die Achterbahnfahrt aber anhalten.
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