JinkoSolar Aktie: Tiger Neo 3.0 mit 670 Watt
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
JinkoSolar erweitert sein Angebot um die integrierte Photovoltaik-Speicherlösung „Sunny 365“. Das System zielt auf zwei wachstumsstarke Segmente ab: KI-Rechenzentren und den Einzelhandel. Damit reagiert das Unternehmen auf den steigenden Bedarf an zuverlässiger Eigenstromversorgung und weitgehender Netzunabhängigkeit.
Tiger Neo 3.0 als technologisches Herzstück
Die Basis der neuen Lösung bilden die heute vorgestellten Tiger Neo 3.0 Module. Diese erreichen Medienberichten zufolge eine Leistung von 670 Watt bei einem Wirkungsgrad von 24,8 Prozent. Die Module weisen zudem eine Bifazialität von rund 85 Prozent auf, was die Energieausbeute auf reflektierenden Flächen deutlich erhöhen soll.
Besonders für die langfristige Planung industrieller Anlagen sind die Garantiebedingungen relevant. JinkoSolar gewährt eine Leistungsgarantie über 30 Jahre. Die Degradation der Module wird im ersten Betriebsjahr mit einem Prozent und in den Folgejahren mit einem geringen jährlichen Abschlag von unter einem halben Prozent angegeben. Ein Temperaturkoeffizient von -0,26 Prozent pro Grad Celsius soll zudem die Effizienz bei starker Hitze sichern.
Fokus auf KI-Infrastruktur und Supermärkte
Gestern präsentierte das Unternehmen die spezifische Ausrichtung von Sunny 365 auf KI-Rechenzentren. Hier kombiniert JinkoSolar die Tiger-Module mit dem SunTera-Batteriespeichersystem (BESS).
Die Lösung nutzt eine 800-Volt-Hochvolt-Gleichstrom-Technik (HVDC) und ermöglicht sowohl den Inselbetrieb als auch Schwarzstarts bei totalen Netzausfällen. Dies soll die Energiekosten senken und die Betriebssicherheit der kritischen IT-Infrastruktur gewährleisten.
Für Supermärkte und den großflächigen Einzelhandel kommt parallel dazu das SunGiga G2 Speichersystem zum Einsatz. Dieses System ist für einen weiten Temperaturbereich von minus 30 bis plus 55 Grad Celsius ausgelegt. Es erreicht eine Effizienz von 90 Prozent auf der Wechselstromseite und ist auf 8.000 Ladezyklen ausgelegt. JinkoSolar bietet für diese Speicherkomponente eine Garantiezeit von fünf Jahren an.
Marktumfeld und Aktienkurs
Das Unternehmen agiert in einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld. In Italien wurde am 7. August das FER X-Dekret wirksam, das den Zubau von zehn Gigawatt Photovoltaik bis Ende 2030 fördern soll. Gleichzeitig hob das Analysehaus Baird gestern die Einstufung für den Konkurrenten First Solar auf „Outperform“ an, da neue Zollregelungen in den USA die Marktposition etablierter Hersteller stützen könnten.
An der Börse verzeichnete die JinkoSolar-Aktie heute einen Rückgang um 1,81 Prozent auf 14,08 Euro. Damit setzt sich die volatile Tendenz der vergangenen Monate fort. Die Notierung liegt aktuell 29,91 Prozent unter dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den anhaltenden Abwärtstrend im Vergleich zum langfristigen Mittelwert unterstreicht.
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