Joby Aviation Aktie: Umsatzprognose steigt
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.deJoby hebt die Umsatzprognose für 2026 um 15 Prozent an. Zum Quartalsbericht kommen eine geplante Übernahme im Rüstungsbereich und ein größerer Auftrag der US-Luftwaffe. Der Konzern wandelt sich damit sichtbar vom reinen Lufttaxi-Entwickler zum Anbieter mit Verteidigungsgeschäft.
Blade treibt die Erlöse
Im dritten Quartal setzte Joby 55 Millionen Dollar um, überwiegend über die Passagiersparte Blade. Diese flog einen Rekordwert von mehr als 44.000 Fahrgästen. Im zweiten Quartal waren es noch 38,6 Millionen Dollar gewesen, damals ebenfalls getragen von Blade.
Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun 135 bis 140 Millionen Dollar Umsatz. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Joby mit einem Mittelabfluss von 385 bis 415 Millionen Dollar. Die Liquidität lag Ende September bei 2,2 Milliarden Dollar.
Zulassung und Fertigung kommen voran
Beim Lufttaxi selbst meldet das Unternehmen Fortschritte. In der fünften und letzten Phase der FAA-Typenzulassung sind zahlreiche "for credit"-Tests abgeschlossen. In der Fertigung stehen 17 Flugzeuge in Produktion. Zudem absolvierte Joby im Rahmen des vom Weißen Haus unterstützten eIPP-Programms erste Flüge in Texas und Florida.
Verteidigung gewinnt an Gewicht
Die US-Luftwaffe stockt ihre Mittel für Jobys autonome Flugtechnik auf knapp 37 Millionen Dollar auf. Die Obergrenze des Vertrags für operative Tests steigt auf 50 Millionen Dollar. Die Mittel sollen vor allem Folgeübungen im Pazifik finanzieren. Ob die Obergrenze tatsächlich ausgeschöpft wird, hängt allerdings von Haushaltsmitteln ab.
Hintergrund ist der erste vollautonome Flug quer durch die USA mit der J208, einer umgerüsteten Cessna Caravan. Die Tour führte durch 24 Bundesstaaten.
Strategisch wichtiger dürfte die geplante Übernahme von Resonant Sciences sein. Der Rüstungstechnologie-Anbieter schreibt operativ schwarze Zahlen und kommt auf mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten. Der Kaufpreis soll bei rund 500 Millionen Dollar liegen. Der Abschluss ist für Anfang 2027 vorgesehen und hängt noch von Closing-Bedingungen ab.
Aktie nahe dem Jahrestief
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 4,85 Dollar, nahe dem 52-Wochen-Tief von 4,43 Dollar und gut zwei Drittel unter dem Vorjahreswert. Direktor Paul Sciarra verkaufte Anfang November über einen vorab vereinbarten Handelsplan 62.500 Aktien zu durchschnittlich 4,97 Dollar. Er hält weiterhin über Trust und Stiftung einen Anteil von mehr als 55 Millionen Aktien.
Die Reaktion des Marktes auf die Zahlen, die nach US-Handelsschluss kamen, zeigt sich erst am Donnerstag. Im Blick bleibt dann vor allem der Fortschritt bei der FAA-Zulassung, denn davon hängt der Start des kommerziellen Passagierbetriebs ab.
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