JPMorgan, Aktie

JPMorgan Aktie: Sprung zur Billion in Sicht

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wells Fargo erhöht Kursziel fĂŒr JPMorgan auf 390 Dollar. Analysten sehen langfristig sogar zwei Billionen Dollar Marktkapitalisierung als möglich an.

JPMorgan: Wells Fargo sieht erste Bank mit Billionen-Börsenwert
Moderne Glas-Wolkenkratzer im Finanzviertel bei Sonnenaufgang als Symbol fĂŒr wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Wells Fargo traut JPMorgan zu, als erste Bank weltweit die Marke von einer Billion Dollar Börsenwert zu knacken. Analyst Mike Mayo geht noch weiter und hĂ€lt langfristig sogar zwei Billionen Dollar fĂŒr erreichbar. Ein ungewöhnlich mutiges Kursziel fĂŒr ein Institut dieser GrĂ¶ĂŸenordnung.

Die Ausgangslage stĂŒtzt den Optimismus. Die Aktie legte binnen drei Monaten um 21 Prozent zu, getrieben von Rekordgewinnen im HandelsgeschĂ€ft und einer Belebung im Investmentbanking. Am Freitag beendete JPMorgan den Handel mit einer Marktkapitalisierung von 965 Milliarden Dollar — nur noch 35 Milliarden Dollar fehlen bis zur Billionengrenze.

Wachstumskreislauf statt reiner Bewertungsfantasie

Wells Fargo erhöhte das Kursziel von 375 auf 390 Dollar und bestĂ€tigte das "Overweight"-Rating. Entscheidend fĂŒr den Weg zu zwei Billionen sei nach Mayos EinschĂ€tzung weniger eine höhere Bewertung der Aktie als vielmehr ein deutlicher Anstieg des Gewinns je Aktie. Die Bank reinvestiert einen Teil ihrer hohen Renditen direkt ins eigene GeschĂ€ft — in neue Filialen, zusĂ€tzliche Banker, Technologie und internationale Expansion.

Dieser selbstverstĂ€rkende Kreislauf soll neue Kunden bringen und Marktanteile bei Einlagen, Kreditkarten sowie im KapitalmarktgeschĂ€ft sichern. Firmenchef Jamie Dimon verweist regelmĂ€ĂŸig auf die "Festungsbilanz" des Konzerns, die auch in schwierigen Marktphasen Investitionsspielraum sichert.

Von 26 Analysten, die die Aktie laut LSEG-Daten beobachten, bewerten 15 sie mit "Buy" oder "Strong Buy" — die Mehrheit an der Wall Street bleibt damit bullish.

Dimon warnt London vor Steuererhöhungen

Parallel zur Wachstumsstory meldet sich Dimon in einem anderen Konflikt zu Wort. Er sprach in der vergangenen Woche mit dem britischen Schatzkanzler John Healey ĂŒber mögliche Erhöhungen der Bankensteuer und warnte, höhere Abgaben wĂŒrden hĂ€ufig ArbeitsplĂ€tze in andere Standorte verlagern. Als Beispiel nannte er den RĂŒckgang von Finanzjobs in New York, den er teils auf die dortige Steuerlast zurĂŒckfĂŒhrt.

Der Vorstoß fĂ€llt in eine Phase, in der sich die Finanzbranche vor dem britischen Haushalt auf eine grĂ¶ĂŸere Lobbykampagne vorbereitet. Bereits im Vorjahr hatte Dimon gemeinsam mit anderen Bankchefs erfolgreich gegen Steuererhöhungen interveniert — damals wĂ€hrend JPMorgan PlĂ€ne fĂŒr eine neue Londoner Zentrale am Canary Wharf mit einem Volumen von rund drei Milliarden Pfund verfolgte.

Ein weiteres Signal aus dem Konzern: JPMorgan akzeptiert seit Kurzem Bitcoin und Ethereum als Sicherheit fĂŒr Kreditlinien — die erste große US-GeschĂ€ftsbank, die Krypto-Assets direkt in ihre Kreditvergabe einbindet. FĂŒr institutionelle Kunden mit Krypto-BestĂ€nden eröffnet das eine neue LiquiditĂ€tsoption, ohne dass Positionen verkauft werden mĂŒssen.

Bis zur Billionengrenze bleibt es eine Frage von Prozentpunkten, nicht von Jahren. Der britische Haushalt und die Reaktion auf Dimons Lobbyarbeit dĂŒrften in den kommenden Wochen zeigen, wie viel Gewicht seine Warnungen bei der Regierung noch haben.

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