KAP, Aktie

KAP Aktie: Prognose gesenkt, Kunde springt ab

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Währungseffekte und gekürzte Bestellungen drücken KAPs Umsatz- und EBITDA-Erwartungen für 2026.
Abstrakte Darstellung von wirtschaftlicher Unsicherheit und industrieller Zurückhaltung in einer dunklen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Ein Großkunde zieht Abrufe zurück, die Währungen drehen gegen das Unternehmen: KAP kappt die Jahresziele für 2026 deutlich. Per Ad-hoc-Mitteilung hat der Vorstand die Prognose im laufenden Abschlussprozess für die ersten neun Monate angepasst. Die Aktie gab im Handelsverlauf rund 8 bis 9 Prozent nach und notierte zuletzt knapp unter 1 Euro.

Was der Vorstand ändert

Beim Umsatz rechnet KAP nun mit 220 bis 240 Millionen Euro, bisher standen 230 bis 250 Millionen Euro im Plan. Die Spanne rutscht damit um jeweils zehn Millionen Euro nach unten.

Schärfer fällt die Korrektur beim Ergebnis aus. Das normalisierte EBITDA soll nur noch bei 14,5 bis 17,5 Millionen Euro liegen, zuvor waren 19 bis 23 Millionen Euro vorgesehen. Die Mitte der Spanne sinkt damit von 21 auf 16 Millionen Euro, ein Rückgang um fast ein Viertel.

Zwei Ursachen, eine davon hausgemacht

Der Vorstand nennt zwei Treiber. Zum einen belasten Wechselkurse: Der israelische Schekel und der ungarische Forint haben deutlich gegenüber dem Euro aufgewertet. Das drückt die Ergebnisse der Gesellschaften, deren Kosten in diesen Währungen anfallen, in Euro gerechnet.

Zum anderen hat im Segment surface technologies ein wesentlicher Kunde aus dem Elektrofahrzeugbereich für den weiteren Jahresverlauf erwartete Abrufe am Standort Heiche US im amerikanischen Jasper kurzfristig zurückgenommen. Das senkt den Umsatz und führt zu einer deutlichen Unterauslastung der Kapazitäten. Fixkosten verteilen sich auf weniger Volumen, das Segmentergebnis leidet.

Während Wechselkurse außerhalb der Kontrolle des Managements liegen, zeigt der Abruf-Stopp, wie abhängig das Geschäft von einzelnen Abnehmern in der schwächelnden Elektromobilität ist. Marktbeobachter dürften genau darauf schauen, ob sich die Unterauslastung in Jasper kurzfristig auffangen lässt.

Belastete Kursbilanz

Die Aktie hat schwere Monate hinter sich. Auf Sicht von drei Monaten steht ein Minus von gut 41 Prozent zu Buche, auf Jahressicht sind es mehr als 83 Prozent. Der jüngste Rücksetzer kommt damit auf einem ohnehin stark gedrückten Niveau.

Konkrete Zahlen zu den ersten neun Monaten stehen noch aus. Der Abschlussprozess läuft, die vollständigen Ergebnisse will KAP im Rahmen der regulären Berichterstattung vorlegen.

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