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Kawasaki Heavy Industries Aktie: Erster kommerzieller Wasserstoff-Ladearm fertig

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 07:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der zertifizierte Verladearm ist entwickelt; drei Anlagen sollen am Kawasaki-LH2-Terminal installiert und praktisch erprobt werden.
Moderne industrielle Wasserstoff-Infrastruktur bei Sonnenuntergang als Symbol für Energiewende und Innovation. Illustration mit AI erstellt.

Kawasaki Heavy Industries hat einen wichtigen Schritt für den weltweiten Seetransport von Flüssigwasserstoff gemacht. Zusammen mit dem Partner TB Global Technologies schloss der japanische Industriekonzern am Mittwoch die Entwicklung des weltweit ersten kommerziellen 6-Zoll-Ladearms für den Umschlag zwischen Schiff und Land ab.

Das System erfüllt den Standard ISO 24132 und hat die entsprechende ISO-Zertifizierung erhalten. An der Börse stieß die Nachricht auf ein positives Echo: Die Aktie legte heute im vorbörslichen Handel um 6,1 Prozent auf 12,82 Euro zu, nachdem sie gestern bei 12,08 Euro aus dem Handel gegangen war.

Praxistests am Raketentestzentrum abgeschlossen

Die gemeinsame Entwicklung des Ladesystems begann im August 2023. Von August 2025 bis Juli 2026 absolvierten die Partner umfangreiche Tests mit flüssigem Wasserstoff auf dem Noshiro-Testgelände der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Bereits 2018 hatten die Unternehmen einen ersten Prototyp gebaut und 2022 am Terminal Hy touch Kobe eine weltweite Premiere beim Wasserstofftransfer demonstriert.

Gegenüber den früheren Versuchsanlagen weist die nun serienreife Version deutliche technische Weiterentwicklungen auf. Dazu gehören ein verlängerter Arm sowie modifizierte Dichtungs- und Schutzgassysteme, die den Verbrauch von teurem Helium beim Betrieb reduzieren. Für den Notfall wurde der Trennmechanismus auf ein Schwerkraftsystem umgestellt, während die Schiffs-Land-Kopplung über ein Flanschsystem erfolgt.

Vorbereitung für Großtransporte

Mit dem Abschluss der Entwicklungsphase ist das System allerdings noch nicht im Routinebetrieb. Geplant ist nun die Installation von drei dieser Verladearme am Kawasaki-LH2-Terminal.

Dort sollen sie in Verbindung mit einem Flüssigwasserstoff-Transportschiff der 40.000-Kubikmeter-Klasse zur praktischen Erprobung des Umschlags eingesetzt werden. Die Errichtung der Anlagen und der eigentliche Umschlagbetrieb stehen damit als nächste Schritte auf der Agenda.

Für den Schiffbau- und Maschinenbaukonzern Kawasaki Heavy Industries fügt sich der Ladearm in die langfristige Strategie ein, die gesamte logistische Kette für verflüssigten Wasserstoff von Transportbehältern über Spezialschiffe bis hin zur Hafeninfrastruktur technologisch abzudecken.

Während reine Prototypen bereits seit einigen Jahren im Testbetrieb liefen, markiert die standardisierte und zertifizierte Ausführung den Übergang zur wirtschaftlichen Nutzung im industriellen Maßstab.

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