Kioxia Aktie: 6,91 Prozent Minus nach SanDisk-Warnung
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 01:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kioxia gerät heute mit dem gesamten Speicherchip-Sektor unter Druck. Die Aktie des japanischen NAND-Herstellers verliert 6,91 Prozent, nachdem die Wettbewerber SanDisk und Western Digital enttäuschende Geschäftsprognosen vorgelegt hatten. Der Ausblick der beiden Konkurrenten löste laut Medienberichten einen breiten Ausverkauf bei Speicherchip-Titeln aus, von dem Kioxia nicht verschont blieb.
Trotz des heutigen Rückschlags bleibt die Jahresbilanz beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 382,02 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 621,00 Euro, das die Aktie am 22. Juni erreichte, fehlen inzwischen aber 55,76 Prozent. Der Kurssturz der vergangenen Wochen zeigt, wie volatil das Geschäft mit Speicherchips derzeit gehandelt wird – ein Umstand, den auch die hohe annualisierte Volatilität von über 180 Prozent unterstreicht.
Rekordumsatz mit bitterem Beigeschmack
Die Nervosität der Anleger geht auch auf die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2026 zurück, die Kioxia am 31. Juli vorlegte. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 1.767,1 Milliarden Yen und lag damit 415,5 Prozent über dem Vorjahreswert – verfehlte aber die Konsensschätzung von 1.835,6 Milliarden Yen. Der bereinigte operative Gewinn erreichte 1.326,2 Milliarden Yen, was einer Marge von 75 Prozent entspricht. Der ausgewiesene Gewinn pro Aktie von 1.540 Yen blieb um 13 Prozent unter den Erwartungen der Analysten.
Auch der Ausblick sorgte für Ernüchterung: Für das zweite Quartal stellte Kioxia einen Umsatz von 2.390 Milliarden Yen in Aussicht, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorquartal, sowie einen bereinigten operativen Gewinn von 1.900 Milliarden Yen. Die daraus resultierende Prognose für das operative Ergebnis des ersten Halbjahres von 3,16 Billionen Yen wertete der Markt als enttäuschend – ein wesentlicher Grund für den anhaltenden Abwärtsdruck seit Ende Juli.
Rückkauf, Split und ein teurer Rechtsstreit
Als Gegengewicht zu den enttäuschenden Prognosen startete Kioxia am Montag ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 30 Millionen Aktien, umgerechnet rund 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile, mit einem Volumen von maximal 800 Milliarden Yen. Das Programm läuft bis zum 30. Oktober. Bereits am 31. Juli hatte der Vorstand einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei beschlossen, der zum 1. Oktober wirksam wird; der Handel auf splitbereinigter Basis soll ab dem 29. September starten. Unterstützung erhält die Bilanz zudem durch eine Netto-Cash-Position von 186,7 Milliarden Yen zum 30. Juni, nachdem das Unternehmen im Quartal Kredite über 407,5 Milliarden Yen vollständig zurückgezahlt hatte.
Belastend wirkte dagegen ein US-Gerichtsurteil: Ein Bundesgericht im Westlichen Bezirk von Texas verurteilte Kioxia am Montag zur Zahlung von 229.025.021 US-Dollar Schadensersatz an Viasat wegen Patentverletzung. Kioxia teilte mit, für den Betrag bereits im ersten Quartal Rückstellungen gebildet zu haben, und kündigte Berufung an.
Analysten uneins, Produktoffensive läuft weiter
Die Analysten von J.P. Morgan hoben am Montag ihr Kursziel für Kioxia auf 155.000 Yen an und verwiesen dabei auf die Rekordmargen des ersten Quartals sowie das neue Rückkaufprogramm. Morningstar bestätigte am Dienstag seinen fairen Wert von 65.000 Yen je Aktie und begründete dies mit der disziplinierten Investitionspolitik des Managements – trotz der Umsatzverfehlung von 7 Prozent im Juni-Quartal.
Auf der Produktseite hält Kioxia das Tempo hoch: Gemeinsam mit SanDisk stellte das Unternehmen auf der Fachkonferenz FMS 2026 am Dienstag eine QLC-3D-Flash-Technologie der zehnten Generation vor, die eine um 60 Prozent höhere Bitdichte gegenüber der Vorgängergeneration verspricht. Ergänzt wird das Portfolio durch die neue GP1-Serie von PCIe-6.0-NVMe-SSDs für den direkten Zugriff von Grafikprozessoren in KI-Infrastrukturen sowie das CXL-kompatible Speichermodul XL1, dessen Muster im August verschickt werden sollen. Parallel bereitet sich Kioxia laut Medienberichten auf eine Notierung von American Depositary Shares in den USA im Frühjahr 2027 vor, um von der KI-getriebenen Nachfrage nach Halbleitern zu profitieren.
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