KOSPI: 3,6-Prozent-Absturz auf 6.416 Punkte
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 05:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Seoul herrscht Panikstimmung. Der südkoreanische Leitindex KOSPI verzeichnete am Donnerstagmorgen einen massiven Rücksetzer und rutschte tief in die Verlustzone. Ein globaler Ausverkauf bei Chip-Aktien trifft den technologie-lastigen Markt empfindlich.
Volatilität erzwingt Handelspause
Der Abwärtsdruck war so heftig, dass die Börsenaufsicht eingreifen musste. Ein sogenannter Sell-side Sidecar stoppte kurzzeitig den Programmhandel bei den KOSPI-200-Futures. Diese Maßnahme soll extreme Preisschwankungen im laufenden Handel dämpfen. Auslöser ist eine Flucht aus Halbleiterwerten, die von den USA nach Asien herüberschwappt.
Anleger trennen sich im großen Stil von risikoreichen Papieren. Während institutionelle Investoren und ausländische Fonds massiv verkaufen, versuchen private Käufer vergeblich, den Kursverfall aufzufangen. Auch der KOSDAQ-Index geriet unter Druck und kämpft mit der psychologisch wichtigen Marke von 800 Punkten.
Chip-Sektor unter Druck
Vor allem die Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics ziehen den Gesamtmarkt nach unten. SK Hynix verlor im frühen Handel mehr als fünf Prozent. Marktbeobachter führen dies auf enttäuschende Ausblicke der US-Konkurrenten SanDisk und Western Digital zurück.
Parallel dazu belastet die Schwäche der heimischen Währung. Der Won notierte zuletzt bei rund 1.424 zum Dollar. Ein schwacher Won schmälert die Renditen ausländischer Investoren und beschleunigt den Kapitalabzug. Im gleichen Schritt korrigieren Titel aus dem Batteriesektor wie LG Energy Solution.
Einige Branchen zeigen Resilienz. Hyundai Motor und HD Hyundai Heavy Industries konnten gegen den Trend leicht zulegen. Kapital fließt hierbei offenbar in defensivere Industriewerte.
Der KOSPI notiert aktuell bei 6.416,81 Punkten. Das entspricht einem Tagesverlust von rund 3,6 Prozent. Die technische Lage ist angespannt, auch wenn der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 44,5 eine neutrale Zone erreicht hat.
Die Unsicherheit am koreanischen Markt bleibt vorerst bestehen. Die Zentralbank hält an ihrem restriktiven Kurs fest, um die Inflation von 2,8 Prozent zu bekämpfen. Der nächste Zinsentscheid wird zeigen, ob die Notenbank trotz der aktuellen Turbulenzen den Leitzins auf dem Niveau von 2,75 Prozent belässt.
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