Lenzing, Aktie

Lenzing Aktie: Bezugspreis bei 8,65 Euro fixiert

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 22:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lenzing strebt mit neuen Aktien rund 300 Millionen Euro an; Berenberg senkte Rating und Kursziel.

Lenzing-Aktie unter Druck: Kapitalerhöhung verwässert bestehende Anteile
Moderne industrielle Textilfertigung mit hochwertigen Produktionsmaschinen in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von Lenzing verzeichnet heute ein Minus von 2,6 Prozent und steht bei 13,66 Euro. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für die Tagesbewegung liegt zu Wochenbeginn nicht vor. Der Faserhersteller befindet sich jedoch inmitten einer weitreichenden Kapitalmaßnahme, die den Kurs bereits in der Vorwoche belastet hatte.

Am Markt sorgt vor allem die anstehende Ausgabe junger Anteile für Zurückhaltung. Nach dem Beginn des Handels ohne Bezugsrechte an der Wiener Börse wägen Marktteilnehmer die strukturellen Folgen ab. Die geplante Ausgabe erweitert die Aktienbasis des oberösterreichischen Konzerns erheblich, was bei bestehenden Anteilen zu einer Verwässerung führt.

Eckpunkte der Refinanzierung

Das Unternehmen strebt mit der vollständig garantierten Barkapitalerhöhung einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro an. Insgesamt sollen 34.756.362 neue Aktien ausgegeben werden. Der Bezugspreis wurde dabei auf 8,65 Euro je Anteilsschein festgelegt.

Rückendeckung erhält der Konzern von seinen Kernaktionären. Die B&C-Gruppe, Suzano sowie die Oberbank haben sich vorab verpflichtet, ihre jeweiligen Bezugsrechte auszuüben. Dies sichert dem Unternehmen die angestrebten Mittel, ändert für freie Anleger jedoch nichts an den verwässernden Effekten.

Analysten passen ihre Bewertung an

Die veränderten Vorzeichen führten am Freitag auch bei Experten zu deutlichen Anpassungen. Das Analysehaus Berenberg stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab. Gleichzeitig senkten die Analysten ihr Kursziel von 29,50 Euro auf 17,00 Euro und verwiesen Medienberichten zufolge auf die Transaktionsrisiken.

Die deutliche Zielsenkung spiegelt die Skepsis wider, mit der Teile des Marktes auf die Konditionen blicken. Zwar bringt der Schritt frische Liquidität in die Kassen, der deutliche Abschlag des Ausgabepreises hat viele Anleger jedoch verunsichert. In der Folge hat sich das Bewertungsniveau des Titels merklich nach unten verschoben.

Fristen für den Bezugsrechtshandel

Für Aktionäre beginnt am morgigen Dienstag die Umsetzungsphase der Maßnahme. Die Bezugsfrist für die neuen Anteile erstreckt sich vom 6. Oktober bis zum 20. Oktober. Der Handel der Bezugsrechte an der Wiener Börse endet bereits vorzeitig am 14. Oktober.

Anleger müssen rechtzeitig entscheiden, ob sie frisches Kapital investieren oder ihre Rechte veräußern wollen. Nicht ausgeübte oder verkaufte Rechte verfallen nach Ablauf der Frist wertlos. Für Anteile ohne Bezug durch Altaktionäre ist zum Abschluss eine internationale Privatplatzierung vorgesehen.

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