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Leonardo Drs Aktie: Expansion in Großbritannien

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 22:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue britische Tochter soll Radare vor Ort fertigen; zugleich beendete DRS die Lieferung und Schulung für Australiens Armee.

Leonardo DRS baut Radarpräsenz in Großbritannien aus und schließt Australien-Auftrag ab
Abstrakte Darstellung moderner Verteidigungstechnologie und Luft- und Raumfahrttechnik in kühlen, professionellen Blautönen. Illustration mit AI erstellt.

Leonardo DRS verbreitert sein Geschäft an zwei Fronten. Der US-Rüstungskonzern gründet eine britische Tochter mit eigener Radarfertigung und schließt parallel einen Auftrag für die australische Armee ab. Beide Meldungen kamen am Montag.

DRS UK: Radare künftig vor Ort gebaut

Die neue Gesellschaft DRS UK soll das Geschäft im Vereinigten Königreich bündeln. Herzstück ist ein eigens errichteter Produktionsstandort für taktische Radare. Der Konzern will damit britische Verteidigungskunden, Industriepartner und Systemintegratoren direkt vor Ort bedienen.

Die Radare erfassen, verfolgen und klassifizieren Bedrohungen aus der Luft und am Boden, darunter Drohnen sowie Raketen, Artillerie- und Mörsergeschosse. Eingesetzt werden sie in Drohnenabwehr, Luftverteidigung, Objektschutz und aktiven Schutzsystemen für Fahrzeuge. Weltweit sind nach Unternehmensangaben mehr als 10.000 Radarpaneele im Einsatz, unter anderem bei den US-Streitkräften und NATO-Verbündeten.

Konzernchef John Baylouny verweist auf mehr Nähe zu den Kunden und zusätzliche Fertigungskapazität. Bereichsleiter Max Cohen betont die Exportperspektive. Die britische Einheit soll als strategische Drehscheibe für das Radargeschäft in Großbritannien und Europa dienen. Mit lokaler Fertigung dürfte DRS bei europäischen Ausschreibungen besser positioniert sein, zumal die Nachfrage nach Drohnenabwehr zuletzt spürbar gestiegen ist.

Abschluss in Australien

Zeitgleich meldet DRS den Abschluss von Lieferung und Training der Wärmebild-Waffenvisiere INOD Block III für die australische Armee. Der Auftrag lief im Rahmen von LAND 159 Tranche 1. Das australische Unternehmen NIOA war Generalunternehmer und übernahm die lokale Programmkoordination sowie die Lieferlogistik.

Das Visier wird vor ein bestehendes Zielfernrohr gesetzt und ist für Scharfschützen und Spezialkräfte gedacht. Es arbeitet bei Dunkelheit, Rauch, Dunst und schlechtem Wetter. Die Optik bleibt dabei eingenullt, kompatibel ist sie mit Vergrößerungen von 5x bis über 25x.

Australische Scharfschützen führen damit dieselbe Gerätegeneration wie die US-Spezialkräfte. Das stärkt die Interoperabilität mit dem wichtigsten Bündnispartner. Für DRS ist der Abschluss ein Referenzprojekt, das die Wärmebildsparte im internationalen Geschäft stützt. Zum Auftragswert machte das Unternehmen keine Angaben.

Einordnung

Beide Meldungen sind operativ und ohne unmittelbare Zahlenwirkung. Sie zeigen aber die Linie des Konzerns: mehr internationale Präsenz, lokale Wertschöpfung und Produkte, die bei Verbündeten der USA anschlussfähig sind. Konkrete Umsatzeffekte der britischen Radarfertigung nannte DRS nicht. Marktbeobachter dürften beim nächsten Quartalsbericht auf Hinweise achten, wie schnell sich die neue Einheit in Aufträgen niederschlägt.

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