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Leroy Seafood Aktie: Zwei Gesichter im Quartal

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 10:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lerøy Seafood verzeichnet sinkende operative Ergebnisse wegen schwacher Fischzucht, während die Fangflotte überzeugt und die Jahresprognose anhebt.

Leroy Seafood: Schwaches Farming, starke Fangflotte – Aktie fällt
Moderne, nachhaltige Aquakultur-Anlage in den frühen Morgenstunden mit ruhigem Wasser und professioneller Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Konzern, zwei Erzählungen: Während die Fischzucht bei Lerøy Seafood schwächelt, liefert die Fangflotte die positive Überraschung des Tages. Die Aktie reagiert trotzdem mit Kursverlusten – der Markt gewichtet offenbar die Schwächen höher als die Lichtblicke.

Das operative Ergebnis im zweiten Quartal 2026 fiel auf 574 Millionen norwegische Kronen, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 680 Millionen aus dem Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür sind niedrigere Erntemengen und schwächere Margen im Bereich Market Operations, der 2025 noch außergewöhnlich stark performt hatte.

Die Aktie gab am Berichtstag rund 1,5 Prozent nach und bewegt sich damit weiter in der Nähe ihres Jahrestiefs, deutlich entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 52,4 norwegischen Kronen.

Farming bremst, Wild Catch liefert

Im Kerngeschäft Farming sank das operative Ergebnis auf 236 Millionen Kronen von zuvor 256 Millionen. Die Erntemenge bei Lachs und Forelle fiel um acht Prozent auf 44.747 Tonnen Lebendgewicht. Immerhin: CEO Henning Beltestad verweist auf eine deutlich verbesserte Kostenbasis seit dem ersten Quartal 2026 – steigende Futterkosten Richtung 2027 sollen durch das laufende Sparprogramm weitgehend abgefedert werden.

Ganz anders das Bild bei Wild Catch. Die Fangmenge legte um sechs Prozent auf 18.779 Tonnen zu, das operative Ergebnis im ersten Halbjahr stieg um 24 Prozent auf 368 Millionen Kronen.

Entsprechend hob das Unternehmen seine Jahresprognose für diesen Bereich an: Statt 350 bis 400 Millionen Kronen erwartet Lerøy nun 400 bis 450 Millionen Kronen operatives Ergebnis, gestützt durch starke Preise und höhere Fangvolumina.

Die Gesamtprognose für die norwegische Erntemenge bleibt bei 195.000 Tonnen, wobei sich die Verteilung verschiebt: Lerøy Aurora wurde nach oben korrigiert, Lerøy Sjøtroll wegen ungewöhnlich niedriger Meerestemperaturen nach unten.

Cashflow als Silberstreif

Ein Punkt, den die Zahlen klar stützen: Der operative Cashflow kletterte im Quartal auf 1,353 Milliarden Kronen, nach 1,03 Milliarden im Vorjahr. Der freie Cashflow für das erste Halbjahr 2026 liegt bei 1,7 Milliarden Kronen gegenüber 1,3 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Vom geplanten Sparprogramm über eine Milliarde Kronen sind bereits 402 Millionen realisiert, weitere 521 Millionen befinden sich in der Umsetzung.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Management mit einer spürbaren Erholung bei Market Operations, während sich das globale Angebot an Lachs und Forelle nach mehreren Quartalen starken Wachstums voraussichtlich verlangsamt – bei gleichzeitig anziehender Nachfrage. Ob diese erwartete Marktverengung tatsächlich eintritt, dürfte über die kommenden Quartale zeigen, wie belastbar der aktuelle Ausblick tatsächlich ist.

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