Liberty Latin America Aktie: Zahlen mit Schönheitsfehler
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deLiberty Latin America liefert für das dritte Quartal ein gemischtes Bild. Operativ wächst der Telekomkonzern, doch Umsatz und Ergebnis je Aktie verfehlten die Erwartungen. Der Schlusskurs der A-Aktie lag zuletzt bei 8,66 Dollar, die C-Aktie schloss bei 8,61 Dollar.
Umsatz verfehlt Konsens, Marge legt zu
Der Umsatz erreichte 1,12 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 1,13 bis 1,14 Milliarden Dollar gerechnet. Beim Ergebnis je Aktie fiel die Lücke bei der A-Aktie deutlicher aus: minus 0,09 Dollar standen einem erwarteten Minus von 0,04 Dollar gegenüber. Bei der C-Aktie lag der Verlust bei 0,01 Dollar je Anteil.
Auf vergleichbarer Basis ging der Umsatz um 2 Prozent zurück. Schwächer liefen vor allem Panama, Puerto Rico und die Karibik. Das bereinigte OIBDA stieg dagegen um 3 Prozent, die Marge verbesserte sich um 160 Basispunkte. Das Management führt das auf konsequente Kostensenkungen zurück.
Das Betriebsergebnis sank leicht auf 181 Millionen Dollar, nach 188 Millionen im Vorjahresquartal. Höhere Abschreibungen drückten darauf.
Kundenwachstum und Sonderbelastungen
Das Unternehmen gewann 56.000 neue Postpaid- und Breitbandkunden, deutlich mehr als im ersten und zweiten Quartal. Panama trug am meisten bei, Costa Rica kehrte zu einem gesünderen Tempo zurück. Dort stieg das bereinigte OIBDA auf vergleichbarer Basis um 8 Prozent.
Belastend wirkte das Geschäft von Liberty Networks. Das OIBDA sank um 15 Prozent, weil beim Projekt in El Salvador Kosten anfielen, denen noch keine Erlöse gegenüberstanden. In Panama wiederum fielen die Geschäftskundenerlöse um 19 Prozent, da sich Regierungsprojekte zeitlich verschoben.
Preiserhöhungen bleiben ein Hebel. In Panama griffen sie bereits, zuletzt kam Jamaika hinzu. Neu sind zudem Starlink-Partnerschaften, die Direct-to-Cell-Angebote in Panama und Costa Rica ermöglichen.
Rückkäufe und Ausblick
Bei der Kapitalverwendung gibt der Vorstand Gas. Seit Jahresbeginn flossen mehr als 150 Millionen Dollar in Aktienrückkäufe, fast 10 Prozent der Stammaktien von Ende 2025. Weitere Käufe will das Management diszipliniert und opportunistisch angehen.
Der bereinigte freie Cashflow lag nach neun Monaten rund 140 Millionen Dollar über dem Vorjahreswert. Der Großteil fließt traditionell im vierten Quartal. Für diese Phase stellt das Unternehmen bessere Umsätze und ein höheres OIBDA in Aussicht, getragen vom Weihnachtsgeschäft und der zeitlichen Verteilung der B2B-Projekte.
Die Inhaber der Vorzugsaktien erhalten eine Quartalsdividende von 0,5625 Dollar je Anteil. Sie wird am 15. Dezember 2026 gezahlt, Stichtag ist der 30. November 2026.
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