Linde, Aktie

Linde Aktie: 11 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Linde steigert Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal deutlich und erhöht die EPS-Prognose für 2026 auf 17,70 bis 17,90 US-Dollar.

Linde hebt Jahresprognose an: Starkes Q2 trotz Marktherausforderungen
Moderne Industrieanlage bei Dämmerung, die technologische Infrastruktur und industrielle Großprojekte symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Industriegase-Konzern Linde hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und punktuellem Margendruck konnte das Unternehmen im zweiten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verzeichnen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management nun einen bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar, was einem Wachstum von 8 bis 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Rekord-Auftragsbestand und operative Kennzahlen

Im zweiten Quartal, das am 30. Juni endete, erwirtschaftete Linde einen Umsatz von 9,3 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 10 Prozent auf 4,50 US-Dollar. Während die operative Marge bei 27,5 Prozent lag, erreichte die bereinigte operative Gewinnmarge 29,5 Prozent. Ein zentraler Pfeiler für die zukünftige Entwicklung ist der Projektbestand: Linde meldete einen Gesamtauftragsbestand von 11 Milliarden US-Dollar, wobei der Bereich "Sale-of-Gas" mit 8,1 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert erreichte.

Das Management plant für die zweite Jahreshälfte 2026 die Inbetriebnahme von mehr als 20 Projekten mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Um dieses Wachstum und die Instandhaltung der Anlagen zu sichern, wurden die geplanten Investitionsausgaben für das Gesamtjahr auf 5,5 bis 6,0 Milliarden US-Dollar angehoben. Zuvor war das Unternehmen von einer Spanne zwischen 5,0 und 5,5 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

Gemischte Marktreaktion und Analysteneinschätzungen

Obwohl die operativen Zahlen und die angehobene Prognose die fundamentale Stärke des Konzerns unterstreichen, zeigten sich Anleger am Aktienmarkt zuletzt zurückhaltend. Die Aktie verlor auf Sicht von 30 Tagen 8,31 Prozent an Wert. Der Schlusskurs am gestrigen Freitag lag bei 423,80 Euro, womit das Papier aktuell einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -11,67 Prozent aufweist.

Analysten passten ihre Einschätzungen am 3. August nach Vorlage der Quartalsberichte an. UBS senkte das Kursziel von 622 auf 612 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung "Buy" bei. Auch die Analysten von Citigroup reduzierten ihr Kursziel leicht von 600 auf 580 US-Dollar und bestätigten ihre Kaufempfehlung. In Expertenkreisen wurde darauf hingewiesen, dass Marktteilnehmer ihren Fokus verstärkt auf die Margenentwicklung und Herausforderungen im Bereich Homecare richten, während die moderaten Anpassungen der kurzfristigen Ausblicke nur wenig Begeisterung auslösten.

Kontinuität bei Dividenden und NASA-Kooperation

Linde setzt seine Strategie der Kapitalrückführung konsequent fort. Allein im zweiten Quartal flossen 1,59 Milliarden US-Dollar durch Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Das Board of Directors erklärte am 28. Juli eine Quartalsdividende von 1,60 US-Dollar je Aktie. Diese soll am 17. September an die Aktionäre ausgezahlt werden, die zum Stichtag 3. September im Besitz der Papiere sind.

Abseits der Finanzkennzahlen konnte Linde am Donnerstag einen technologischen Erfolg vermelden. Das Unternehmen unterstützte die Artemis II-Mission der NASA am Kennedy Space Center mit der Lieferung von 200.000 Gallonen flüssigem Sauerstoff und dem Einsatz mobiler Stickstofftanker. Dieser Auftrag unterstreicht die Position des Konzerns als Partner in der spezialisierten Luft- und Raumfahrtindustrie. Parallel zu diesen operativen Fortschritten verzeichneten Medienberichte in den vergangenen 90 Tagen signifikante Insider-Verkäufe durch Führungskräfte des Unternehmens, was bei einzelnen Marktteilnehmern für Aufmerksamkeit sorgte.

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