Linde, Aktie

Linde Aktie: Prognose auf 17,70 bis 17,90 Dollar angehoben

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Linde steigert Umsatz und Gewinn im Q2, erhöht die Jahresprognose und investiert massiv in Halbleiterstandorte. Analysten bleiben trotz Margendruck optimistisch.

Linde hebt Gewinnprognose an und investiert Milliarden in Chip-Infrastruktur
Moderne Industrieanlage mit komplexen Rohrleitungen und Edelstahltanks bei goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Industriegase-Konzern Linde blickt nach einem soliden zweiten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr 2026. Trotz eines kurzzeitigen Kursrücksetzers infolge leicht rückläufiger Margen untermauert das Unternehmen seine Wachstumsambitionen durch eine Anhebung der Gewinnprognose und milliardenschwere Investitionen in den Halbleitersektor. Während institutionelle Investoren ihre Positionen ausbauen, verzeichnete die Aktie zuletzt jedoch auch nennenswerte Verkäufe aus dem Führungskreis.

Starke Quartalszahlen und angehobene Ziele

Linde konnte im zweiten Quartal 2026 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 9,3 Milliarden US-Dollar steigern. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) kletterte im selben Zeitraum um 10 Prozent auf 4,50 US-Dollar.

Aufgrund dieser Entwicklung hob die Konzernleitung die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr an. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes EPS in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar, was einem Wachstum von 8 bis 9 Prozent entsprechen würde.

Trotz der positiven Gewinnentwicklung reagierte der Markt am 31. Juli zunächst mit einem Kursrückgang von 5,15 Prozent auf die Veröffentlichung der Zahlen. Analysten machten hierfür vor allem die operative Marge verantwortlich, die um 60 Basispunkte auf 29,5 Prozent nachgab. Medienberichten zufolge belasteten insbesondere Kostendruck im US-amerikanischen Heimpflegegeschäft sowie allgemeine Preissteigerungen die Rentabilität.

Strategische Investitionen in den Chipsektor

Um das langfristige Wachstum zu sichern, treibt Linde den Ausbau seiner Infrastruktur massiv voran. In Phoenix, Arizona, investiert das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar in die Erweiterung eines bestehenden Gasekomplexes. Ziel ist die Versorgung eines großen Halbleiterherstellers mit hochreinen Industriegasen im Rahmen eines neuen Langfristvertrags.

Parallel dazu ist auch das Joint Venture Linde LienHwa in Taiwan aktiv. Dort wurde der Partner ausgewählt, neue Fertigungs- und Verpackungsanlagen desselben Halbleiterkunden zu beliefern. Hierfür sind Investitionen von rund 800 Millionen US-Dollar in neue Luftzerlegungs- und Wasserstoffanlagen geplant.

Flankiert werden diese Expansionsschritte durch Nachhaltigkeitsbemühungen: Das Unternehmen unterzeichnete sechs neue Stromabnahmeverträge, um Standorte in Spanien, Griechenland, Südafrika und Indien jährlich mit rund 0,63 Terawattstunden grünem Strom zu versorgen.

Analystenreaktionen und Kapitalmaßnahmen

In den vergangenen Tagen äußerten sich zahlreiche Analysehäuser zur weiteren Entwicklung. Die Analysten von Berenberg bekräftigten am vergangenen Mittwoch ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Auch die UBS zeigte sich zuversichtlich und setzte am vergangenen Montag ein Kursziel von 612,00 US-Dollar fest.

Während Häuser wie Citigroup und die Royal Bank of Canada ihre Kursziele leicht nach unten korrigierten, werteten Experten der Bernstein SocGen Group den jüngsten Kursrückgang nach den Quartalszahlen ausdrücklich als Einstiegschance.

Die Aktie notiert aktuell bei 423,20 € und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 16,91 % auf. Damit liegt der Wert derzeit 11,80 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juli erreicht worden war.

Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik des Konzerns von Bedeutung. Das Board of Directors hat für das dritte Quartal eine Dividende von 1,60 US-Dollar je Aktie beschlossen. Diese soll am 17. September ausgezahlt werden, wobei der Ex-Dividende-Tag auf den 3. September fällt.

Während NewEdge Advisors ihre Beteiligung laut jüngsten Meldungen vom vergangenen Freitag aufstockten, gab es auf der Verkäuferseite Bewegung: Lead Independent Director Robert Wood veräußerte am vergangenen Donnerstag Anteile im Wert von rund 2,6 Millionen US-Dollar. Insgesamt beliefen sich die Insider-Verkäufe im abgelaufenen Quartal auf 4,6 Millionen US-Dollar.

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