Lindt, Sprüngli

Lindt & Sprüngli Aktie: Expansionsprojekte im Nahen Osten gestoppt

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lindt & Sprüngli senkte das Umsatzziel für das Gesamtjahr, hält aber an der geplanten Margenverbesserung fest.

Lindt & Sprüngli: Schwache Verkäufe, neue Wafer und Margenziel
Edle Schokoladenproduktion in einem professionellen, industriellen Umfeld mit Fokus auf Texturen und strategische Ruhe. Illustration mit AI erstellt.

Herausforderungen im europäischen Handel

Im europäischen Schokoladengeschäft spürt Lindt & Sprüngli eine spürbar gestiegene Zurückhaltung der Kundschaft. Am Donnerstag berichtete die Lebensmittel Zeitung über zweistellige Absatzrückgänge des Schweizer Herstellers auf dem deutschen Markt. Der Konzern steuert hierzulande mit kleineren Verpackungsformaten, gezielten Werbeaktionen und Preissenkungen gegen, um die Nachfrage im wichtigsten europäischen Absatzgebiet zu stützen.

Gestern erweiterte das Unternehmen zudem sein Angebot im Lebensmitteleinzelhandel und den konzerneigenen Boutiquen um die Reihe Choco Wafer in drei verschiedenen Sorten. Mit diesem Schritt vollzieht der Hersteller den Einstieg in das Segment der Schokoladenwaffeln. Die Sortimentsausweitung soll neue Käufer ansprechen, nachdem das Unternehmen zuvor bereits eine limitierte Sonderedition in den Handel gebracht hatte.

Vorsicht bei internationalen Großprojekten

Parallel zu den Herausforderungen in Mitteleuropa bremst Lindt & Sprüngli auch bei ausgewählten Expansionsvorhaben.

Laut einem Bericht von Bloomberg begründete das Management diesen Schritt mit der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Das Unternehmen betonte jedoch, die Region bleibe weiterhin ein wichtiger Markt, dessen Entwicklung man genau beobachten wolle.

Die Zurückhaltung bei derartigen Prestigeprojekten verdeutlicht den vorsichtigen Kurs in einem anspruchsvollen Branchenumfeld. Neben internationalen Unsicherheiten machen dem Schokoladenhersteller vor allem die hohe Preissensibilität der Konsumenten in Europa sowie die Folgen extremer Sommerhitze zu schaffen, die den Konsum saisonal dämpfte.

Margenziel bleibt bestehen

Im Zuge dieser Belastungen hatte Lindt & Sprüngli das organische Umsatzziel für das Gesamtjahr auf ein Wachstum von bis zu 2 Prozent angepasst. Als maßgebliche Gründe nannte der Konzern schwächere saisonale Auftragseingänge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. An der geplanten Verbesserung der operativen EBIT-Marge um bis zu 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr hielt die Unternehmensführung ungeachtet dessen fest.

Die gesenkten Umsatzerwartungen stießen am Kapitalmarkt auf Kritik. Laut Reuters bemängelten die Analysten von Vontobel, dass die Anpassung das Vertrauen in die Prognosezuverlässigkeit des Konzerns beschädige. Auch das Analysehaus J.P. Morgan reagierte zurückhaltend, behielt seine Einstufung „Underweight“ bei und begründete dies mit den anhaltend schwachen Verkäufen in Europa.

Die Aktie von Lindt & Sprüngli notiert heute bei 7.990,00 Euro und verzeichnet damit einen leichten Tagesverlust von 0,6 Prozent. Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres erhalten die Marktteilnehmer zu Beginn des neuen Jahres: Am 19. Januar 2027 will der Schokoladenhersteller seine Jahresumsatzzahlen vorlegen.

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