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Liontown Resources Aktie: Erster Jahresgewinn überhaupt

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 03:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Liontown Resources meldet 14 Millionen australische Dollar Gewinn und mehr Liquidität, plant jedoch höhere Investitionen und steigende Stückkosten.

Liontown Resources erzielt erstmals Jahresgewinn dank Lithium-Erholung
Moderne Lithium-Förderanlage in einer weitläufigen Wüstenlandschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Kathleen Valley schreibt schwarze Zahlen. Zum ersten Mal seit Produktionsstart hat Liontown Resources einen Jahresgewinn eingefahren — getragen von einer kräftigen Erholung der Lithiumpreise und einem Bergwerk, das endlich im Vollbetrieb unter Tage läuft. Die Aktie reagierte am Montag mit einem Kurssprung von über drei Prozent auf 1,235 australische Dollar.

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2026 verdoppelte sich auf 639 Millionen australische Dollar, nach 300 Millionen im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte von 20 auf 147 Millionen australische Dollar.

Unter dem Strich blieb ein bereinigter Nettogewinn von 14 Millionen australische Dollar — nach einem bereinigten Verlust von 140 Millionen im Vorjahr.

Bilanz komplett gedreht

Die eigentliche Überraschung liegt aber in der Bilanz. Liontown erwirtschaftete einen operativen Cashflow von 182 Millionen australische Dollar und beendete das Jahr mit 561 Millionen australische Dollar in der Kasse — bei praktisch keiner Nettoverschuldung mehr. Noch zwölf Monate zuvor stand das Unternehmen mit 567 Millionen australische Dollar in den roten Zahlen. Die Nettoverschuldungsquote sank von 49 Prozent auf null.

Möglich wurde die Wende durch eine Kombination aus höheren Lieferungen und deutlich besseren Preisen. Die verschifften Mengen stiegen um 35 Prozent, der realisierte Durchschnittspreis um 75 Prozent auf 1.379 US-Dollar je Tonne. Der Spotpreis für Spodumen selbst schoss zwischen Ende Juni 2025 und Ende Juni 2026 von 630 auf 2.210 US-Dollar je Tonne.

Ramp-up bleibt kostenintensiv

Für das laufende Geschäftsjahr kündigt das Management einen deutlich höheren Kapitaleinsatz an. Die Investitionen sollen zwischen 320 und 370 Millionen australische Dollar liegen, exklusive der Erweiterungskosten für das geplante Ausbauprojekt. Die Stückkosten dürften wegen zusätzlicher Stillstandszeiten für den Umbau auf 1.050 bis 1.250 australische Dollar je Tonne steigen — nach 984 australische Dollar im abgelaufenen Jahr.

Der Grund: Liontown baut parallel zum laufenden Betrieb sieben neue Abbausohlen aus und verdoppelt seine Ausrüstungsflotte, um bis Ende des Geschäftsjahres 2027 eine Förderrate von 2,8 Millionen Tonnen pro Jahr zu erreichen. CEO Tony Ottaviano bezeichnete das kommende Jahr als reines Investitionsjahr, dessen Früchte erst 2028 sichtbar würden.

Die geplante Erweiterung um eine 5,5-Megawatt-Kugelmühle und die Untertage-Erschließung von North West Flats soll vollständig aus dem laufenden operativen Cashflow finanziert werden — eine finale Investitionsentscheidung dazu wird für Ende September erwartet.

Ein offener Punkt bleibt eine ungeklärte Lieferstreitigkeit, für die bereits eine Rückstellung gebildet wurde. Das Management betonte, es handle sich nicht um ein Qualitätsproblem, eine Lösung werde zeitnah erwartet. Die Sicherheitskennzahlen verschlechterten sich im Jahresvergleich spürbar, worauf das Unternehmen mit verstärkter Kontrolle von Vertragspartnern reagiert.

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