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Lockheed Martin Aktie: Neue Waffenschmiede

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rüstungskonzern investiert 250 Millionen Dollar in modulare Raketentechnik-Plattform Strigo und stärkt so seine Position im Verteidigungsmarkt.

Lockheed Martin präsentiert Strigo: Neue Raketenplattform für moderne Waffensysteme
Hochmoderne Industrieanlage für Verteidigungstechnologie in atmosphärischem Licht bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Lockheed Martin baut seine Raketentechnik-Sparte um ein neues Herzstück aus. Der Rüstungskonzern hat in Orlando "Strigo" vorgestellt — eine modulare Plattform für Radarsensoren, Missile-Datalinks und Suchköpfe, die künftig als gemeinsame Baukastenlösung für verschiedenste Waffensysteme dienen soll.

Ein Produktzentrum als Beschleuniger

Hinter Strigo steckt mehr als ein einzelnes Produkt. Lockheed Martin hat dafür ein eigenes Entwicklungszentrum aufgebaut, das schon seit knapp zwei Jahren arbeitet — deutlich unter dem Radar der Öffentlichkeit, wie die jetzige Vorstellung zeigt. Die Idee: Sensor- und Raketentechnologien nicht erst entwickeln, wenn ein Kunde sie fordert, sondern vorab bauen und testen, damit sie im Bedarfsfall sofort verfügbar sind.

Nach Unternehmensangaben sind darüber bereits mehrere Konzepte von der ersten Skizze bis zur erfolgreichen Erprobung gebracht worden. Konkret sollen Technologien aus der Strigo-Familie bereits in das Suchkopf-Paket der zweiten PrSM-Ausbaustufe eingeflossen sein — jenes präzisionsgelenkten Raketensystems, das die U.S. Army als Ersatz für ältere Artilleriesysteme aufbaut. Lockheed Martin bezifferte die bisherigen Investitionen in das Produktzentrum auf 250 Millionen Dollar.

Rückenwind aus der Rohstoffdebatte

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die Nachfrage nach Munition und Raketentechnik in den USA ohnehin hoch bleibt. Leere Munitionslager und politischer Druck aus Washington treiben die Auftragslage der gesamten Rüstungsbranche an. Parallel dazu gerät ein Rohstoff verstärkt in den Blick: Wolfram, ein Schlüsselmaterial für Hartmetalle in Munition und Waffensystemen, wird angesichts chinesischer Marktdominanz und schärferer Exportkontrollen zunehmend knapp. Für Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin bedeutet das ein zusätzliches Kostenrisiko in der Lieferkette, auch wenn sich daraus noch keine konkreten Auswirkungen auf laufende Programme ablesen lassen.

Mit Strigo positioniert sich Lockheed Martin als Zulieferer, der nicht auf Ausschreibungen wartet, sondern Lösungen vorhält, bevor sie offiziell gefordert werden. Ob sich dieses Vorgehen in neuen Großaufträgen niederschlägt, dürfte sich an künftigen Vertragsabschlüssen für Raketen- und Luftverteidigungssysteme zeigen.

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