Ludwig Beck: Annahmefrist endet Dienstag um Mitternacht
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktionäre des Münchner Traditionsunternehmens Ludwig Beck haben nur noch wenig Zeit, über den Verbleib ihrer Papiere zu entscheiden. Am kommenden Dienstag, den 18. August, endet um 24:00 Uhr die Annahmefrist für das öffentliche Pflicht- und Delisting-Erwerbsangebot der Bayerische Gewerbebau AG. Damit nähert sich eine einschneidende Phase in der Geschichte des Textilhauses am Marienplatz ihrem vorläufigen Abschluss.
Barabfindung und Rückzug von der Börse
Das Übernahmeangebot des Immobilienunternehmers Alfons Doblinger sieht eine Barabfindung in Höhe von 23,16 Euro je Stückaktie vor. Mit diesem Schritt bereitet der Mehrheitsaktionär den vollständigen Rückzug der Ludwig Beck am Rathauseck - Textilhaus Feldmeier AG vom regulierten Markt vor. Bereits im Juni hatten das Unternehmen und die Bayerische Gewerbebau AG eine entsprechende Delisting-Vereinbarung unterzeichnet.
Der Eigentümerwechsel hatte sich bereits Ende Mai angekündigt, als Doblinger die Anteile des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Christian Greiner sowie der INTRO-Verwaltungs GmbH übernahm. In der Folge kontrolliert der Investor inzwischen direkt und indirekt rund 77 % der Stimmrechte. Das Delisting betrifft sowohl die Zulassung zum Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse als auch den Handel an der Münchner Börse.
Neue Führung nach der Ära Greiner
Parallel zum strukturellen Umbau an der Börse vollzieht Ludwig Beck einen Generationenwechsel im Management. Am 5. August hat Sebastian Jänisch die operative Geschäftsführung übernommen.
Jänisch war zuvor in leitender Funktion für Peek & Cloppenburg tätig und tritt die Nachfolge von Christian Greiner an. Die Abendzeitung berichtet, dass Jänisch künftig gemeinsam mit Jens Schott das Unternehmen leiten wird, wobei Schott weiterhin für die Bereiche Verwaltung und Finanzen zuständig bleibt.
Christian Greiner, der das Haus über Jahre hinweg maßgeblich prägte, scheidet zum 31. August im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand und der Geschäftsführung aus. Dieser personelle Neustart erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das operative Umfeld von erheblichen Herausforderungen geprägt ist.
Umsatzrückgang durch Konsumflaute und Baustellen
Die wirtschaftliche Lage des Münchner Modehauses ist derzeit von einem schwierigen Marktumfeld gezeichnet. Vor gut drei Wochen veröffentlichte das Unternehmen seinen Halbjahresfinanzbericht für das Jahr 2026, der einen Rückgang des Bruttoumsatzes um 1,9 % auf 37,1 Millionen Euro auswies. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Umsatz noch bei 37,8 Millionen Euro gelegen.
Als wesentliche Gründe für diese Entwicklung nannte das Unternehmen in seinem Bericht eine allgemein schwache Konsumstimmung. Zudem erschwerten infrastrukturelle Einschränkungen am Münchner Marienplatz den Zugang für Kunden. Baustellen im direkten Umfeld des Stammhauses belasten die Frequenz am zentralen Standort bereits seit längerer Zeit.
Kursentwicklung im Zeichen der Übernahme
An der Börse haben sich die Notierungen weitgehend an den gebotenen Abfindungspreis angeglichen. Der Schlusskurs am Freitag lag mit 23,00 Euro nur noch knapp unter der Offerte von Alfons Doblinger. Trotz der aktuellen operativen Schwächephase blicken Anleger auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurück: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 92 %.
Zuletzt notierte das Papier jedoch deutlich unter seinem Jahreshöchststand. Das 52-Wochen-Hoch wurde am 5. Juni bei 34,00 Euro markiert, kurz nachdem die Dimension des Anteilsbesitzes von Doblinger bekannt geworden war. Mit dem Ende der Annahmefrist am Dienstag entscheidet sich nun, wie viele Minderheitsaktionäre das Barangebot annehmen, bevor der Titel voraussichtlich den regulierten Handel verlässt.
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