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Ludwig Beck: Doblinger kontrolliert 77 Prozent

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Münchner Modehaus beendet seine Börsennotierung am 18. August. Der Mehrheitsaktionär treibt den Rückzug voran, während das erste Halbjahr operative Verluste zeigt.

Ludwig Beck: Börsenabschied am 18. August nach Übernahme durch Doblinger
Elegantes Interieur eines gehobenen Kaufhauses mit Fokus auf Architektur und luxuriöser Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Münchner Traditionshaus Ludwig Beck am Rathauseck bereitet den endgültigen Rückzug von der Wertpapierbörse vor. Nachdem die Bayerische Gewerbebau AG des Investors Alfons Doblinger die Mehrheit an dem Modeunternehmen übernommen hat, steht nun der zeitliche Rahmen für das Delisting fest. Am Montag wurde bekannt gegeben, dass der reguläre Handel der Aktien voraussichtlich mit Ablauf des 18. August 2026 eingestellt wird.

Delisting-Frist endet in knapp zwei Wochen

Der angekündigte Rückzug erfolgt im Rahmen eines Pflicht- und Delisting-Erwerbsangebots durch die Bayerische Gewerbebau AG. Die offizielle Angebotsunterlage hierfür wurde am 21. Juli veröffentlicht. Aktionäre des Textilhauses haben noch bis zum 18. August Zeit, das Angebot anzunehmen. Mit diesem Datum endet nicht nur die vierwöchige Annahmefrist, sondern nach aktuellem Planungsstand auch die Notierung im regulären Markt.

An der Börse reagierte das Papier heute verhalten und notiert bei 23,20 Euro, was einem Rückgang von 0,85 % entspricht. Trotz der aktuellen Konsolidierung verzeichnet der Wert seit Jahresanfang eine deutliche Wertsteigerung von 93,33 %. Die Kursentwicklung der letzten Monate war maßgeblich von der Übernahmesituation und dem nun bevorstehenden Börsenabschied geprägt.

Operative Einbußen im ersten Halbjahr 2026

Parallel zu den gesellschaftsrechtlichen Veränderungen veröffentlichte die Ludwig Beck AG am 28. Juli ihren Halbjahresfinanzbericht, der eine rückläufige Geschäftsentwicklung zeigt. Der Bruttoumsatz sank in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 1,9 % auf 37,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 37,8 Millionen Euro umgesetzt.

Das Unternehmen führt diesen Rückgang primär auf externe Faktoren zurück. Eine kühle Witterung zu Beginn des Jahres sowie infrastrukturelle Einschränkungen am Stammsitz am Münchner Marienplatz hätten die Kundenfrequenz beeinträchtigt. Zudem entwickelte sich der Online-Umsatz im Berichtszeitraum ebenfalls rückläufig. Diese Entwicklung hinterließ deutliche Spuren in der Ertragsrechnung: Das operative Ergebnis (EBIT) verschlechterte sich auf -0,8 Millionen Euro, während unter dem Strich ein Periodenverlust von 2,6 Millionen Euro verbucht werden musste.

Eigentümerwechsel als Wegbereiter für den Rückzug

Die Weichen für die aktuelle Situation wurden bereits Ende Mai gestellt. Alfons Doblinger sicherte sich über die Bayerische Gewerbebau AG die Stimmrechtsanteile maßgeblicher Großaktionäre. Dabei wurden die Pakete des Vorstandsvorsitzenden Christian Greiner in Höhe von rund 26,3 % sowie der INTRO-Verwaltungs GmbH mit etwa 25,2 % übernommen. In einer Insider-Meldung vom 19. Juni wurde die Veräußerung des Greiner-Pakets offiziell bestätigt.

Mit diesen Transaktionen stieg Doblinger zum neuen Mehrheitsaktionär auf und kontrolliert nach der kartellrechtlichen Freigabe insgesamt rund 77 % der Stimmrechte. Begleitet wurde dieser Umbruch von personellen Veränderungen in der Führungsebene. Bereits am 17. Juni meldete das Unternehmen im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung das Ausscheiden des Aufsichtsratsvorsitzenden aus dem Gremium. Mit dem voraussichtlichen Ende der Börsennotierung am 18. August schlägt das Unternehmen nun das nächste Kapitel seiner Sanierung außerhalb des öffentlichen Kapitalmarkts auf.

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