Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: 12 Prozent Minus in 30 Tagen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 11:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lufthansa-Aktie fällt auf 7,85 Euro: Abwärtstrend, Barclays senkt Kursziel und BFU untersucht Landung in München.

Lufthansa Aktie unter Druck: Charttechnik, Analysten und München-Zwischenfall
Nahaufnahme eines modernen Flugzeugtriebwerks in einer industriellen Werkstatt, symbolisch für den Luftfahrtsektor. Illustration mit AI erstellt.

Drei Probleme türmen sich derzeit bei Lufthansa auf. Die Charttechnik zeigt einen klaren Abwärtstrend. Analysten zweifeln an der Gewinnprognose. Und ein Zwischenfall am Flughafen München sorgt für zusätzliche Unruhe.

Am Mittwoch schloss die Aktie bei 7,85 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Der eigentliche Einbruch zeigt sich beim Blick auf die letzten 30 Tage: Dort verlor das Papier rund 12 Prozent an Wert.

Charttechnik zeigt roten Bereich

Die Aktie notiert derzeit deutlich unter ihren wichtigsten Durchschnittslinien. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 8,45 Euro fehlen 7,1 Prozent. Beim 50-Tage-Durchschnitt bei 8,98 Euro beträgt der Abstand sogar 13 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index liegt bei 31,1 Punkten. Die Aktie nähert sich damit der überverkauften Zone. Das kann kurzfristig zu technischen Gegenreaktionen führen. Den übergeordneten Abwärtstrend bricht dieser Wert allein aber noch nicht.

Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 37 Prozent. Dieser hohe Wert spiegelt die Nervosität unter Anlegern wider. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,27 Euro trennen die Aktie mittlerweile 24 Prozent.

Barclays sieht weitere Gewinnwarnung als Risiko

Am Mittwoch senkte die britische Investmentbank Barclays ihr Kursziel für Lufthansa von 7,75 auf 7,50 Euro. Die Einstufung bleibt bei „Underweight".

Analyst Andrew Lobbenberg äußert in seiner Studie deutliche Zweifel. Er hält das bereits gesenkte operative Gewinnziel des Konzerns für dieses Jahr weiterhin für zu optimistisch. Nach seiner Einschätzung droht dem Markt in absehbarer Zeit eine weitere Gewinnwarnung. Diese Sorge dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Erholung des Titels.

BFU untersucht Landung in München

Neben den finanziellen Problemen belastet auch ein operativer Zwischenfall die Stimmung. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung prüft derzeit einen Vorfall am Flughafen München.

Am Montagabend, dem 17. August 2026, setzte ein Airbus A380-800 der Lufthansa vor der regulären Landebahnschwelle auf. Die Maschine kam vom Flug LH459 aus San Francisco. Dabei wurde die Landebahnbefeuerung im Bereich der östlichen Schwelle beschädigt.

Alle 351 Passagiere und die Besatzung blieben unverletzt. Das Flugzeug rollte selbstständig zum Gate. Trotzdem muss der Großraumjet nun am Boden technisch untersucht werden. Solche Zwischenfälle kommen im Flugbetrieb vor. In einer ohnehin angespannten Marktphase verstärken sie aber die Unsicherheit zusätzlich.

Drei Belastungsfaktoren wirken damit gleichzeitig auf den Kurs: die technische Schwäche unter allen wichtigen Durchschnittslinien, die skeptische Analystenstimme mit Warnung vor einer weiteren Gewinnkorrektur, und der operative Zwischenfall in München. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob sich der Kurs im Bereich des Jahrestiefs bei 6,72 Euro stabilisiert oder ob der Verkaufsdruck anhält.

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