Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Adjusted EBIT auf 1,7–2,2 Milliarden gesenkt

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lufthansa korrigiert Gewinnziele nach unten: Hohe Betriebskosten, Streikfolgen und geopolitische Spannungen belasten das Ergebnis im zweiten Quartal massiv.

Lufthansa senkt Gewinnprognose: Hohe Kosten und Streiks belasten Q2-Ergebnis
Ein modernes Flugzeugflügel-Profil vor einem bewölkten Sonnenaufgang, das die Luftfahrtbranche symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Lufthansa hat am heutigen Donnerstag ihre Gewinnziele für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Der Konzern reagiert damit auf ein herausforderndes zweites Quartal, das von hohen Betriebskosten und geopolitischen Spannungen geprägt war. An der Börse verlor das Papier im heutigen Handel 1,52 Prozent an Wert und notierte bei 8,54 Euro.

Steigende Kosten und Streikfolgen belasten Ergebnis

In den Monaten April bis Juni kletterte der Konzernumsatz zwar um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, doch der operative Gewinn (EBIT) brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 383 Millionen Euro ein. Medienberichten zufolge belasten vor allem gestiegene Treibstoff- und Personalkosten die Bilanz massiv. Zudem hinterließen die Arbeitskämpfe der vergangenen Monate tiefe Spuren im operativen Geschäft: Allein am Standort Frankfurt waren knapp 700.000 Passagiere von den Streikauswirkungen betroffen.

Die Konzernführung reagierte bereits am gestrigen Mittwoch mit einer Anpassung der Erwartungen für das Gesamtjahr 2026. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBIT) sieht das Management nun nur noch in einer Spanne zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Neben den internen Kostenfaktoren spielt die instabile weltpolitische Lage eine wesentliche Rolle. Der Konflikt im Nahen Osten zwingt die Airline zu weiträumigen und damit kostspieligen Umleitungen auf wichtigen Flugrouten.

Cargo-Sparte als Lichtblick und Flottenpoker

Während das Passagiergeschäft unter Druck steht, lieferte Lufthansa Cargo im ersten Halbjahr positive Impulse. Der Umsatz der Frachttochter stieg um 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT dieser Sparte verbesserte sich deutlich auf 199 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2030 strebt das Unternehmen an, unter den drei führenden Anbietern der weltweiten Luftfrachtbranche zu landen. Geplant sind hierfür Investitionen von rund 600 Millionen Euro am Standort Frankfurt.

Parallel dazu verhandelt die Lufthansa mit dem US-Flugzeugbauer Boeing über die zukünftige Flottenstruktur. Hintergrund sind die anhaltenden Verzögerungen bei der neuen 777X. Konzernchef Spohr führt Gespräche über die mögliche Übernahme älterer Testmaschinen, sofern Boeing finanzielle Unterstützung für die notwendigen Modernisierungen leistet. Ein weiterer Ausbau des gesamten Flugangebots ist für den Rest des laufenden Jahres nicht mehr vorgesehen, um die operative Stabilität zu erhöhen.

Integration von ITA Airways und Marktausblick

Trotz der aktuellen Herausforderungen treibt die Lufthansa ihre strategische Expansion in Südeuropa voran. Die Partnerschaft mit der italienischen ITA Airways gewinnt an Kontur. Geplant sind die enge Verknüpfung der Vielfliegerprogramme sowie der Umzug der italienischen Fluglinie in die Lufthansa-Terminals an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Bis zum Beginn des kommenden Jahres soll der Beitritt von ITA zur Star Alliance vollzogen sein.

Anleger reagierten verstimmt auf die Prognosesenkung und die schwächeren Quartalszahlen. Mit dem aktuellen Kursniveau bleibt die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro, das noch im Juli markiert wurde. Der Abstand zu diesem Höchststand beläuft sich momentan auf 16,86 Prozent.

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