Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Air Baltic zieht Notbremse

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Air Baltic beantragt ein US-Verfahren zur Sanierung, während Lufthansa den Wert ihrer Zehn-Prozent-Beteiligung neu bewerten muss.

Weißes Passagierflugzeug beim Start in goldenes Abendlicht auf einer Landebahn
Fotorealistisches Stockbild für Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125): Ein generisches, ungebrandetes Verkehrsflugzeug beim Start in warmem goldenem Abendlicht auf einer langen Landebahn, dramatischer Sonnenuntergang im Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

Air Baltic geht in den Gläubigerschutz. Das lettische Staatsunternehmen stellte am Wochenende einen freiwilligen Antrag nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts – ein Verfahren, das Firmen unter gerichtlicher Aufsicht restrukturiert, ohne den laufenden Betrieb zu stoppen. Für Lufthansa, die seit dem vergangenen Jahr mit zehn Prozent an der Airline beteiligt ist, ist das keine gute Nachricht.

Der Flugbetrieb selbst bleibt nach Unternehmensangaben unangetastet. Air Baltic bedient weiterhin ihre Strecken, darunter auch die fünf größten deutschen Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Zur Absicherung der Liquidität haben Kreditgeber bereits 350 Millionen Euro an frischem Kapital zugesagt, allerdings zu einem Zinssatz von 12 Prozent – ein Hinweis darauf, wie riskant Investoren das Engagement derzeit einstufen.

Jahre der Schieflage holen das Unternehmen ein

Air Baltic kämpft seit der Corona-Pandemie und infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit finanziellen Problemen. Lettlands Regierung, die mit mehr als 88 Prozent Mehrheitseigner ist, musste das Unternehmen wiederholt mit Kapitalerhöhungen stützen. Ein geplanter Börsengang wurde mehrfach verschoben. Das Restrukturierungsverfahren soll nach Unternehmensangaben bis etwa Juni 2027 abgeschlossen sein.

Der lettische Regierungschef Andris Kulbergs bezeichnete den Schritt als eine der besten Möglichkeiten, die Überlebensfähigkeit der Airline zu sichern. Das Verfahren verschafft dem Unternehmen Zeit und rechtlichen Schutz, um Schulden und Verbindlichkeiten zu ordnen, die sich über Jahre aufgebaut haben.

An der Börse reagierten Anleger verhalten. Die Lufthansa-Aktie gab im XETRA-Handel zeitweise 2,49 Prozent auf 7,53 Euro nach. Die Zehn-Prozent-Beteiligung an Air Baltic macht Lufthansa zwar nicht zum Hauptbetroffenen des Verfahrens, das Signal aus Riga dürfte aber genau beobachtet werden – schließlich hängt der Wert dieser Beteiligung direkt vom Ausgang der Restrukturierung ab.

Bis das Verfahren 2027 abgeschlossen sein soll, bleibt offen, welchen Anteil Lufthansa am Ende noch an Air Baltic hält und zu welchem Wert. Für die Bilanz des Konzerns dürfte das ein Posten sein, den Anleger in den kommenden Quartalsberichten im Blick behalten.

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