Lufthansa Aktie: Air France-KLM stockt TAP-Offerte auf
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gestern zogen die Übernahmepläne der Lufthansa neue Aufmerksamkeit auf sich: Laut Bloomberg hat der Konzern sein Gebot für eine Minderheitsbeteiligung an der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal auf mehr als 1 Milliarde Euro angehoben. Auch der Wettbewerber Air France-KLM stockte seine Offerte auf ein vergleichbares Niveau auf. Beide Konzerne konkurrieren um bis zu 44,9 Prozent der Anteile an der Fluggesellschaft.
Entscheidung in Lissabon rückt näher
Die Regierung in Portugal plant, Mitte Oktober einen bevorzugten Bieter für die Teilprivatisierung auszuwählen. Für die Fluggesellschaften ist die Beteiligung strategisch bedeutsam, insbesondere mit Blick auf die bestehenden Verbindungen nach Südamerika.
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt verhalten. Die Lufthansa-Aktie schloss am Freitag bei 7,63 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel damit ein Minus von 9,2 Prozent.
Treibstoffkosten belasten das Jahresergebnis
Parallel zu den Expansionsschritten sieht sich das Unternehmen mit spürbaren Kostensteigerungen im operativen Betrieb konfrontiert. Am Dienstag erklärte Vorstandschef Carsten Spohr laut Reuters, dass die zusätzliche Kerosinbelastung im laufenden Jahr die im August genannten 1,5 Milliarden Euro übersteigen werde. Eine neue konkrete Summe nannte er dabei nicht.
Trotz des Gegenwinds bei den Kerosinpreisen hält das Management an den finanziellen Zielen fest: Für 2026 peilt Lufthansa weiterhin einen operativen Gewinn in der Spanne zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro an.
Der anhaltende Treibstoffkostendruck bleibt auch für Branchenbeobachter ein zentrales Thema. Medienberichten zufolge beließ das Analysehaus Bernstein Research die Einstufung für die Aktie am 24. September auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 9 Euro. Die Analysten verwiesen in ihrer Einschätzung auf die Kerosinpreise als grundlegendes Branchenproblem.
Winterflugplan und anstehende Quartalszahlen
Auf betrieblicher Ebene baut der Konzern das Streckennetz im Nebenbereich aus. Die Tochtergesellschaft Eurowings kündigte am Donnerstag neue Verbindungen für den Winter an: Ab dem 10. Dezember 2026 sind je zwei wöchentliche Direktflüge von Berlin und Düsseldorf nach Bagdad geplant. Zudem soll ab dem 1. Dezember 2026 auf allen Flügen nach Dubai sowie auf weiteren ausgewählten Routen das Premium-Sitzangebot verfügbar sein.
Neue Erkenntnisse über die operative Entwicklung und die finanziellen Belastungen durch Treibstoffkosten erhalten die Marktteilnehmer im kommenden Monat. Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026 ist für den 3. November angekündigt.
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