Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Eurowings fliegt ab Dezember nach Bagdad

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 03:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Basistarif gilt künftig fast europaweit; zugleich erwartet Lufthansa höhere Kerosinkosten und hält an der EBIT-Spanne fest.

Bauhaus-Poster mit geometrischem Flugzeug, FLY SINCE 1953
Vintage-Bauhaus-Poster für Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125): Geometrisch stilisiertes Flugzeug in kräftigen Primärfarben mit konstruktivistischem Rasterlayout und den Aufschriften FLY und SINCE 1953 im Bauhaus-Stil Illustration mit AI erstellt.

Die Lufthansa Group stellt das Europageschäft auf eine neue Basis. Ab dem heutigen Dienstag rollt der Luftfahrtkonzern seinen Basistarif „Economy Basic“ auf nahezu sämtliche europäischen Strecken aus.

Was bisher nur auf ausgewählten Verbindungen galt, wird damit zum Standard für preisbewusste Reisende: Buchbar für Flüge ab dem 27. Oktober, umfasst das Ticket künftig ausschließlich einen persönlichen Gegenstand, während größeres Handgepäck und zusätzliche Serviceleistungen separat bezahlt werden müssen.

Striktes Handgepäckkonzept greift im Europaverkehr

Mit der heutigen Ausweitung des Einstiegstarifs reagiert der Konzern auf das veränderte Passagierverhalten und den intensiven Wettbewerb auf den Kurz- und Mittelstrecken.

Passagiere müssen sich darauf einstellen, dass jedes Gepäckstück oberhalb der Maße einer kleinen Tasche gebührenpflichtig wird. Das Vorgehen folgt dem Vorbild europäischer Billigfluggesellschaften, die über solche Zusatzgebühren seit Jahren wesentliche Ertragsbestandteile sichern.

Parallel zum Tarifumbau passt der Konzern das Streckennetz seiner Töchter an. Wie die Tochtergesellschaft Eurowings bekannt gab, nimmt die Airline ab dem 10. Dezember 2026 Direktflüge in den Nahen Osten auf. Geplant sind jeweils zwei wöchentliche Verbindungen von Berlin sowie von Düsseldorf nach Bagdad.

Belastungen durch Kerosin und Lieferverzögerungen

Der operative Umbau fällt in eine anspruchsvolle Phase. Nach Unternehmensangaben von Vorstandschef Carsten Spohr wird die zusätzliche Kerosinbelastung im laufenden Jahr 2026 voraussichtlich höher ausfallen als der zuvor avisierte Betrag von 1,5 Milliarden Euro. Dennoch hielt das Management am Ausblick für das bereinigte EBIT von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro fest.

Spohr stimmte die Anteilseigner zudem darauf ein, dass auch das Jahr 2027 ein Transformationsjahr bleiben werde. Als wesentliche Treiber nannte der Konzernchef das laufende Turnaround-Programm, hohe Standortkosten sowie anhaltende Lieferengpässe bei neuen Flugzeugen.

Bei der Flottenerneuerung muss Lufthansa die Verzögerungen der Hersteller überbrücken. Zwar erwartet das Unternehmen die Auslieferung des ersten Airbus A350-1000 für November 2026, doch für den Sommerflugplan 2027 plant die Airline vorerst komplett ohne die neue Boeing 777-9. Neben dem operativen Geschäft treibt der Vorstand externe Wachstumsprojekte voran: Medienberichten zufolge reichten Lufthansa und Air France-KLM verbesserte verbindliche Angebote für eine Beteiligung von jeweils bis zu 44,9 Prozent an der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal ein. Die Staatsholding Parpública prüft die Offerten und legt der portugiesischen Regierung einen Bericht zur Auswahl des bevorzugten Investors vor.

An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen wider. Das Papier ging gestern mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 7,54 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Verlust von 10 Prozent.

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