Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Gewinnziel wackelt

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lufthansa verfehlt Quartalserwartungen und senkt die Jahresprognose. Treibstoffkosten und Streiks drücken das Ergebnis deutlich.

Lufthansa senkt Gewinnziel: Kriegsfolgen und Streiks belasten Bilanz
Nahaufnahme eines modernen Flugzeugtriebwerks in einer atmosphärischen, nachdenklichen Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Kriegsjahr am Himmel hinterlässt Spuren in der Bilanz. Lufthansa hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient als erwartet und kappt deshalb die Gewinnprognose für 2026 – zum ersten Mal räumt Vorstandschef Carsten Spohr damit ein, dass das operative Ergebnis auch sinken könnte.

Das bereinigte EBIT brach im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, verglichen mit 870 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt mit 401 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz legte dagegen um 7,9 Prozent auf 11,14 Milliarden Euro zu und lag damit sogar leicht über den Erwartungen.

Kerosin und Streiks treiben die Kosten

Die Ursachen sind schnell benannt: Die Treibstoffkosten kletterten um rund 750 Millionen Euro, ausgelöst durch die Folgen des Iran-Kriegs. Hinzu kamen Streiks, die das Ergebnis mit weiteren 200 Millionen Euro belasteten. Der Nettogewinn brach sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro ein – auch weil im Vorjahr ein positiver Steuereffekt zu Buche schlug.

Auf Segmentebene zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Netzwerk-Airlines verdienten mit 137 Millionen Euro weniger als erwartet, belastet durch Kapazitätskürzungen im Nahost-Verkehr und die Einstellung von CityLine. Eurowings rutschte mit einem operativen Verlust von 37 Millionen Euro tiefer in die roten Zahlen als Analysten befürchtet hatten. Etwas Trost spendete das Frachtgeschäft: Die Cargo-Sparte steigerte ihr Ergebnis auf 116 Millionen Euro, getrieben von einem Sprung der Frachtraten um 27 Prozent, besonders stark in Asien und im Nahen Osten.

Prognose deutlich vorsichtiger

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro – zuvor hatte Spohr ein Ergebnis "deutlich" über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Nur am oberen Ende der neuen Spanne würde dieses Ziel noch erreicht, am unteren Ende stünde erstmals ein Rückgang. Die Investitionen sollen auf etwa 2,5 Milliarden Euro sinken, ursprünglich waren 2,9 Milliarden Euro geplant. Die Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 20 bis 40 Prozent des Nettogewinns bleibt unverändert.

Als Risikofaktoren für das zweite Halbjahr nennt der Konzern die Volatilität des Kerosinpreises, die erhoffte Beschleunigung der Ticketpreise sowie die Frage, wie stabil die operative Lage und die Frachtnachfrage bleiben.

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