LyondellBasell, Industries

LyondellBasell Industries Aktie: Raffinerie geht an Valero

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im dritten Quartal erzielte der Chemiekonzern 758 Millionen Dollar Nettogewinn; der Verkaufserlös soll nach Genehmigung im vierten Quartal zufließen.
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LyondellBasell trennt sich von seinem letzten Altlast-Standort in Houston. Parallel zur Sale-Meldung legte der Chemiekonzern Zahlen zum dritten Quartal vor. Beide Nachrichten greifen ineinander: Der Konzern räumt auf und stärkt seine Kasse.

Verkauf der Houston-Raffinerie

Das Unternehmen hat vereinbart, das Gelände der früheren Houston-Raffinerie samt zugehöriger Vermögenswerte an eine Tochter von Valero Energy zu verkaufen. Der Kaufpreis beträgt 320,5 Millionen Dollar. Valero übernimmt den laufenden Betrieb, Umweltverbindlichkeiten, Pensionskosten und Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten.

Die Raffinerie hatte LyondellBasell im Februar 2025 stillgelegt. Das Geschäft läuft seither als aufgegebener Bereich. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. CEO Peter Vanacker spricht von einem "disziplinierten Ansatz" beim Umbau des Portfolios und von einem Nicht-Kernvermögen, das nun bei einem Raffineriespezialisten liege.

Drittes Quartal: Oxyfuels tragen

Der Nettogewinn lag bei 758 Millionen Dollar, bereinigt bei 828 Millionen. Das entspricht 2,54 Dollar je Aktie ohne Sondereffekte. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 1,5 Milliarden Dollar.

Den Takt gab das Segment Intermediates and Derivatives vor, getragen von Oxyfuels. Globale Lieferstörungen weiteten die Margen in Europa und den USA deutlich aus. Die Propylenoxid-Anlage in Channelview lief mit rund 110 Prozent Auslastung, Bayport arbeitete nach dem Neustart im Juni mit voller Rate.

Schwächer sah es im Geschäft mit Olefinen und Polyolefinen aus. In Amerika drückten niedrigere Preise für Polymere die Profitabilität gegenüber dem Vorquartal. In Europa und Asien belasteten fallende Polymerpreise die Margen, zudem sank das Volumen nach dem Verkauf europäischer Anlagen im Mai.

Kasse wächst, Auslastung sinkt

Der operative Cashflow erreichte 1,7 Milliarden Dollar, auch wegen freigesetzten Umlaufvermögens. Die Barmittel stiegen um etwa 600 Millionen Dollar auf 3,2 Milliarden Dollar, obwohl der Konzern im September eine Anleihe über 500 Millionen Euro planmäßig zurückzahlte. Für Dividenden flossen 224 Millionen Dollar ab.

Für das vierte Quartal erwartet das Management saisonal übliche Nachfrage, aber anhaltende Unsicherheit bei der Versorgung. Wegen einer geplanten Wartung in einer nordamerikanischen Polypropylenanlage sollen die Auslastungen so aussehen:

  • Olefine und Polyolefine Nordamerika: 85 Prozent
  • Olefine und Polyolefine Europa: 60 Prozent
  • Intermediates and Derivatives: 75 Prozent

Die Lage im Nahen Osten bleibe fließend, eine Rückkehr zu Vorkonfliktbedingungen dürfte länger dauern als gedacht. Immerhin liegen die integrierten Polyethylen-Margen der Branche rund 50 Prozent über dem Niveau von 2025. Die Kapitalprioritäten bleiben unverändert: Schuldenabbau, Dividende, selektive Investitionen. Der Erlös aus dem Raffineriegeschäft dürfte im vierten Quartal hinzukommen, sofern die Behörden zustimmen.

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