Madison Air Solutions: Bertarelli stockt Beteiligung auf
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am morgigen Dienstag steht die Madison Air Solutions Corp-A im Fokus der institutionellen Investoren. Die Vorstandsvorsitzende Jill Wyant und Finanzvorstand JJ Foley nehmen an einem Kamingespräch im Rahmen der 14. Morgan Stanley Laguna Conference teil.
Für das Unternehmen ist dies eine Gelegenheit, die strategische Neuausrichtung nach den umfangreichen Transaktionen der vergangenen Wochen zu erläutern. Die Aktie, die am vergangenen Freitag mit einem Plus von 1,9 % bei 21,90 € aus dem Handel ging, verlor in den letzten 30 Tagen 19 % an Wert.
Integration von ebm-papst im Fokus
Das Hauptaugenmerk der Investoren dürfte auf dem weiteren Fahrplan für die Übernahme von ebm-papst liegen. Vor rund einem Monat gab Madison Air Solutions den Abschluss einer definitiven Vereinbarung zum Erwerb des Unternehmens von dessen drei Familieneigentümern bekannt.
Der Kaufpreis beläuft sich auf einen Unternehmenswert von 5,4 Milliarden US-Dollar, was unter Berücksichtigung künftiger Steuervorteile einem Nettopreis von 5,0 Milliarden US-Dollar entspricht.
Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass ebm-papst einen Umsatz von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von rund 343 Millionen US-Dollar erwirtschaftet.
Das Management von Madison Air Solutions geht davon aus, dass die Transaktion bereits im ersten vollen Jahr nach dem Abschluss, der für das Jahresende angestrebt wird, einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie leisten wird.
Bis zum dritten Jahr nach der Übernahme sollen jährliche Synergieeffekte in Höhe von 160 Millionen US-Dollar realisiert werden. Die Finanzierung des Fremdkapitalanteils wird laut Medienberichten durch Kreditzusagen der UniCredit und Wells Fargo abgesichert.
Kapitalmaßnahmen und Rückhalt durch Großaktionäre
Parallel zur Übernahme hat das Unternehmen seine Kapitalbasis massiv gestärkt. Vor gut drei Wochen wurde eine Privatplatzierung von Aktien der Klasse A angekündigt, die einen Bruttoerlös von rund 2,25 Milliarden US-Dollar einbringen sollte. Dabei wurden mehr als 90 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 24,97 US-Dollar je Anteilsschein angeboten.
Prominente Unterstützung erhielt die Maßnahme durch den Chairman Larry Gies, der sich zur Abnahme von Aktien im Wert von 300 Millionen US-Dollar verpflichtete.
Zusätzlich baute der Verwaltungsrat und Großaktionär Ernesto Bertarelli seine Position vor rund zwei Wochen deutlich aus. Über die Beteiligungsgesellschaft K.C. Armada erwarb er im Rahmen der Privatplatzierung über 8,7 Millionen Aktien. Damit stiegen seine indirekt gehaltenen Anteile auf rund 53,6 Millionen Stück, was einem Anteil von etwa 11 % am Unternehmen entspricht. Dieser massive Zukauf durch Insider gilt am Markt als Vertrauensbeweis in die langfristige Strategie, auch wenn der Kurs derzeit noch deutlich unter Druck steht.
Die jüngsten Quartalszahlen vom 30. Juli zeigten zwar ein Umsatzwachstum von 14 % auf 991,3 Millionen US-Dollar, jedoch belasteten Sorgen um die Margenentwicklung und ein schwächerer Auftragsausblick die Stimmung. Das Papier notiert aktuell rund 42 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 37,85 €, das noch Anfang Juni markiert worden war.
Die Präsentation am morgigen Dienstag bietet dem Management nun die Bühne, um die Bedenken bezüglich der Profitabilität zu adressieren und die Wachstumspotenziale der ebm-papst-Integration hervorzuheben.
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