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Madison Air Solutions: Rekordauftragsbestand und höhere Prognose

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Auftragsbestand betrĂ€gt 3,2 Milliarden US-Dollar, wĂ€hrend Madison Air seine Umsatz- und EBITDA-Prognose fĂŒr 2026 angehoben hat.
Moderne industrielle Klimatechnik in einer sauberen, professionellen Produktionsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Madison Air Solutions hat mit den gestern veröffentlichten Quartalszahlen einen Rekordauftragsbestand gemeldet. Die Bestellungen schaffen eine breite Grundlage fĂŒr weiteres Wachstum, sofern das Unternehmen sie planmĂ€ĂŸig in Umsatz umsetzt. FĂŒr Anleger zĂ€hlt dabei besonders der zeitliche Vorlauf: Ein großer Teil der AuftrĂ€ge reicht weit ĂŒber das laufende GeschĂ€ftsjahr hinaus.

AuftrÀge sichern langfristiges Wachstum

Zum Quartalsende standen Bestellungen ĂŒber 3,2 Mrd. US-Dollar in den BĂŒchern. Mehr als 70% davon sollen erst 2027 oder spĂ€ter umgesetzt werden. Damit hĂ€ngt die weitere Entwicklung wesentlich davon ab, wann aus den zugesagten Projekten tatsĂ€chlich Auslieferungen werden.

Der Auftragsbestand bietet eine lĂ€ngerfristige GeschĂ€ftsperspektive. Sein Wert fĂŒr die Ergebnisentwicklung entscheidet sich allerdings auch daran, welche Margen Madison Air bei der Umsetzung erzielt.

Die AuftragseingĂ€nge stiegen im dritten Quartal 2026 gegenĂŒber dem Vorjahr um 26%. Im kommerziellen Segment lag das VerhĂ€ltnis von Auftragseingang zu Umsatz bei 1,26. Dort ĂŒbertraf das NeugeschĂ€ft also den bereits realisierten Umsatz.

FĂŒr das RechenzentrumsgeschĂ€ft Ă€ußerte sich das Management zuversichtlich zum Baufortschritt in den USA: Nach seiner EinschĂ€tzung sind 80% des derzeitigen Ausbaus, gemessen in Megawatt, bereits genehmigt oder im Bau. Das spricht fĂŒr die Umsetzbarkeit der Nachfrage, sofern die Projekte anschließend planmĂ€ĂŸig vorankommen.

Starkes Wachstum verÀndert den GeschÀftsmix

Die krĂ€ftige Nachfrage schlĂ€gt sich bereits im GeschĂ€ft nieder. Zugleich verĂ€ndert sie dessen Zusammensetzung: Das schnell wachsende GeschĂ€ft mit RechenzentrumskĂŒhlung erzielt niedrigere Margen und drĂŒckt dadurch auf die durchschnittliche ProfitabilitĂ€t.

Im dritten Quartal 2026 erreichte der Nettoumsatz 1.126,7 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem Zuwachs von 25,4% gegenĂŒber dem Vorjahr.

Die entscheidende Frage fĂŒr die ErtragsqualitĂ€t lautet deshalb, wie viel vom zusĂ€tzlichen Umsatz als operatives Ergebnis ĂŒbrig bleibt. Der Wachstumsmix belastet die Marge, wĂ€hrend das Ergebnis absolut weiter steigt.

Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 18,6% auf 298,3 Mio. US-Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 26,5%.

Der Nachfrageanstieg verteilte sich zudem ungleich auf die GeschÀftsbereiche. Der kommerzielle organische Umsatz wuchs um 39%, der private Bereich um 3%. Damit bestimmt das kommerzielle GeschÀft besonders stark die weitere Umsatz- und Margenentwicklung.

Höhere Ziele und zusÀtzliche Integrationsaufgaben

Madison Air hat angesichts der GeschĂ€ftsentwicklung die Jahresprognose angehoben. Die höheren Ziele sprechen fĂŒr die operative Dynamik, sofern die Umsetzung des Auftragsbestands mit den Erwartungen Schritt hĂ€lt.

FĂŒr 2026 erwartet das Management nun einen Umsatz von 4,05–4,125 Mrd. US-Dollar. Beim bereinigten EBITDA liegt die neue Zielspanne bei 1,04–1,07 Mrd. US-Dollar.

Parallel dazu soll die Übernahme von ebm-papst zusĂ€tzliche ErgebnisbeitrĂ€ge ermöglichen. FĂŒr Anleger kommt damit neben der Abarbeitung der Bestellungen eine weitere Aufgabe hinzu: die Integration des ĂŒbernommenen GeschĂ€fts.

Das Management erwartet jĂ€hrliche Kostensynergien von 160 Mio. US-Dollar bis Ende des dritten Jahres nach Abschluss. Die Finanzierung umfasst eine PIPE-Kapitalaufnahme ĂŒber 2,25 Mrd. US-Dollar sowie rund 2,8 Mrd. US-Dollar aus Schulden und Barmitteln.

Der Rekordauftragsbestand spricht somit fĂŒr langfristiges Wachstum, sofern Madison Air die Bestellungen termingerecht und profitabel abarbeitet. Ob daraus eine dauerhaft stĂ€rkere Ertragsbasis entsteht, entscheidet sich am Zusammenspiel von GeschĂ€ftsmix, ProjektausfĂŒhrung und den erwarteten Übernahmesynergien.

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