Marinomed Biotech Aktie: Sanierungsplan am 29. Oktober
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 14:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im laufenden Sanierungsverfahren der Marinomed Biotech AG wird am heutigen Donnerstag ein formaler Meilenstein erreicht. FĂŒr die GlĂ€ubiger des Wiener NeustĂ€dter Biopharma-Unternehmens endet heute die offizielle Frist, um ihre Forderungen beim zustĂ€ndigen Landesgericht Korneuburg anzumelden. Dieser Schritt ist Voraussetzung fĂŒr die Teilnahme am weiteren Verfahren, das ĂŒber die kĂŒnftige finanzielle StabilitĂ€t des Unternehmens entscheiden soll.
Meilenstein im Sanierungsverfahren
Die Einleitung des Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung erfolgte bereits im Juli, nachdem das Unternehmen mit erheblichen LiquiditÀtsengpÀssen konfrontiert war. Mit dem heutigen Ende der Anmeldefrist bereitet das Gericht die nÀchsten prozessualen Schritte vor.
Medienberichten zufolge stehen bereits zwei zentrale Termine fest: Am 24. September findet die Berichts- und PrĂŒfungstagsatzung statt, gefolgt von der entscheidenden Verhandlung ĂŒber den Sanierungsplan am 29. Oktober.
Das Ziel dieses Prozesses ist die Restrukturierung der Verbindlichkeiten, die sich laut vorliegenden Zahlen auf insgesamt 27,9 Millionen Euro belaufen. Darin enthalten sind auch wiederauflebende Forderungen aus dem Vorjahr. Marinomed beschĂ€ftigt aktuell rund 30 Mitarbeiter und versucht, den GeschĂ€ftsbetrieb trotz der rechtlichen Auseinandersetzungen und finanziellen Lasten fortzufĂŒhren.
Ursachen der finanziellen Schieflage
Hintergrund der Krise ist ein eskalierter Konflikt mit Unither Pharmaceuticals. Marinomed hatte den Verkauf der Carragelose-Plattform an das Unternehmen vollzogen, doch die erwarteten Earn-out-Zahlungen blieben aus. Da Unither zudem die Verhandlungen abbrach, fehlte dem Biotech-Unternehmen die notwendige LiquiditÀt, um den laufenden Verpflichtungen nachzukommen. Im Jahr 2025 hatte Marinomed noch einen Umsatz von 7,7 Millionen Euro erwirtschaftet.
Die finanzielle Unsicherheit hat auch direkte Auswirkungen auf die Berichterstattung und den Börsenhandel. Der ursprĂŒnglich fĂŒr den 16. September geplante Halbjahresfinanzbericht 2026 wurde auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.
FĂŒr Anleger bleibt die Situation unĂŒbersichtlich, da auch die LiquiditĂ€t der Aktie selbst deutlich abgenommen hat. Die Raiffeisen Bank International kĂŒndigte im Juli den Market-Making-Vertrag mit Marinomed auf, was seither zu geringeren Handelsvolumina und gröĂeren Spannen zwischen Kauf- und Verkaufspreisen fĂŒhrt.
Kursentwicklung und Ausblick am Aktienmarkt
Am heutigen Handelstag notiert die Aktie bei 4,40 Euro, was einem Zuwachs von 2,3 % im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Erholung spiegelt der Kurs den massiven Wertverlust der letzten Monate wider: Seit Jahresbeginn belÀuft sich das Minus auf 77 %. Das Papier bewegt sich damit weiterhin in der NÀhe des 52-Wochen-Tiefs von 3,80 Euro, das Mitte Juli markiert wurde.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Sanierungsplan die notwendige Zustimmung der GlĂ€ubiger findet. Erst nach den Verhandlungen Ende Oktober wird klar sein, ob Marinomed Biotech eine langfristige FortfĂŒhrungsperspektive ohne die ausstehenden Zahlungen aus dem Carragelose-Verkauf realisieren kann. Bis dahin mĂŒssen Investoren mit einer anhaltend hohen VolatilitĂ€t rechnen.
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