Mercedes-Benz Aktie: Zehn Prozent weniger Ebit
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deMercedes-Benz hat die Anleger am Dienstag mit einer Ad-hoc-Mitteilung überrascht: Das operative Konzernergebnis soll 2026 nur noch das Vorjahresniveau erreichen, statt deutlich darüber zu liegen. Als Gründe nennt der Konzern ein schwierigeres Umfeld in China und höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material.
Pkw-Marge rutscht nach unten
Besonders das Pkw-Geschäft trifft die Korrektur. Für Mercedes-Benz Cars erwartet der Konzern nun eine bereinigte Umsatzrendite von 2 bis 3 Prozent, zuvor waren 3 bis 5 Prozent angepeilt. Die Van-Sparte (8 bis 10 Prozent Umsatzrendite) und die Finanzdienstleistungen (12 bis 14 Prozent Eigenkapitalrendite) behalten ihre Ziele.
Vorläufige Drittquartalszahlen lieferte der Konzern gleich mit. Das Konzern-Ebit lag bei 1,77 Milliarden Euro, die Pkw-Sparte kam auf eine Umsatzrendite von 2,5 Prozent. Die vollständigen Zahlen folgen am 28. Oktober.
Cashflow und Rückkäufe im Blick
Für viele Anleger wiegt eine zweite Anpassung schwerer. Der Free Cashflow des Industriegeschäfts soll nun „deutlich“ unter dem Vorjahreswert liegen, bisher hieß es „leicht“. Das ist relevant, weil Mercedes überschüssige Mittel nach der regulären Dividende regelmäßig in Aktienrückkäufe steckt. Schon im dritten Quartal floss weniger Cash aus dem Fahrzeuggeschäft zu, als Analysten im Schnitt erwartet hatten.
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem relativ schwachen dritten und einem wohl ebenfalls schwächeren Schlussquartal. Die neue Ebit-Erwartung dürfte seiner Einschätzung nach die Konsensschätzung um 10 Prozent drücken. Die Bank beließ die Aktie dennoch auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 70 Euro.
Chartbild trübt sich ein
An der Börse sackte die Aktie zeitweise um rund 4 Prozent ab und notierte zuletzt bei etwa 40 Euro. Damit war Mercedes Schlusslicht im europäischen Autosektor und im EuroStoxx 50. Die Papiere fielen unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Unter der 200-Tage-Linie bewegen sie sich bereits seit Mitte April.
Der Sektor insgesamt stand unter Druck: Der europäische Autoindex näherte sich zwischenzeitlich seinem Tief von Anfang Oktober, dem niedrigsten Stand seit 2020. Porsche stach mit einem unerwartet starken Mittelzufluss positiv heraus.
Am Mittwoch legt Mercedes den vollständigen Quartalsbericht vor. Dann zeigt sich, wie der Vorstand die Rückkaufpläne angesichts des schwächeren Cashflows einordnet.
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