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Mercer International Aktie: CIBC senkt Ziel auf 0,75 Dollar

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 05:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercer International verzeichnet moderate Kursgewinne nach Rekordtief. Sparprogramm und Restrukturierung sollen Verluste eindämmen, während Analysten vorsichtig bleiben.

Mercer International: Aktie erholt sich leicht nach 52-Wochen-Tief
Moderne, minimalistische industrielle Papierfabrik in der Morgendämmerung mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Papier von Mercer International verzeichnete gestern im Handel ein Plus von 4,8 % und schloss bei 0,4216 Euro. Diese leichte Erholung folgt auf eine Phase massiver Kursverluste, in der die Aktie am Freitag ein neues 52-Wochen-Tief markierte. Trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung bleibt die Bilanz für Anleger ernüchternd: Seit Jahresbeginn hat der Wert rund 75 % an Marktwert eingebüßt.

Schwache Quartalsbilanz und operative Herausforderungen

Hintergrund der prekären Kursentwicklung sind unter anderem die am 6. August vorgestellten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Mercer International meldete einen Nettoverlust von 76,0 Millionen Dollar, was einem Minus von 1,13 Dollar pro Aktie entspricht.

Im Vorjahreszeitraum lag der Verlust noch bei 86,1 Millionen Dollar. Das operative EBITDA verschlechterte sich geringfügig auf minus 21,0 Millionen Dollar, nachdem im ersten Quartal des laufenden Jahres noch ein positives Ergebnis von 7,8 Millionen Dollar erzielt worden war.

Das Unternehmen führt die schwache Performance vor allem auf gestiegene Faserkosten in Europa zurück. Regionale Versorgungsengpässe und der verstärkte Wettbewerb durch Energieerzeuger trieben die Preise nach oben.

Zudem belastete eine unbare Wertberichtigung auf Zellstoff- und Vorratsbestände in Höhe von 29,0 Millionen Dollar das Ergebnis. Geopolitische Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten werden als Hauptursachen für anhaltend hohe Energie-, Produktions- und Logistikkosten genannt.

Restrukturierung und Sparziele im Fokus

Um der wirtschaftlichen Schieflage entgegenzuwirken, forcierte das Management das Kostensenkungsprogramm „One Goal One Hundred“. Im zweiten Quartal konnten hierbei zusätzliche Einsparungen von 13,0 Millionen Dollar realisiert werden. Seit dem Start der Initiative im April 2025 wurden insgesamt etwa 54,0 Millionen Dollar erreicht, wobei bis zum Jahresende ein Ziel von 100 Millionen Dollar angestrebt wird.

Ein zentraler Baustein der Neuausrichtung ist die Umstrukturierung des Standorts Torgau. Im Juli wurden dort bereits etwa 100 Stellen von Subunternehmern gestrichen. Bis zum zweiten Quartal 2027 plant das Unternehmen einen Abbau von insgesamt rund 350 Positionen an diesem Standort. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Profitabilität des Werks um mehr als 20 Millionen Dollar zu steigern und bis Ende 2027 einen ausgeglichenen Cashflow zu erreichen.

Liquidität und Analysteneinschätzungen

Die finanzielle Stabilität bleibt dennoch ein kritischer Faktor. Zum 30. Juni verfügte Mercer über liquide Mittel in Höhe von 78,8 Millionen Dollar sowie verfügbare Kreditlinien, was eine Gesamtliquidität von etwa 191,7 Millionen Dollar ergibt.

Das Unternehmen prüft derzeit strategische Alternativen, um anstehende Schuldenlaufzeiten der Senior Notes für 2028 und 2029 zu adressieren. Zudem besteht die Gefahr, dass eine deutsche Kreditfazilität im vierten Quartal 2026 die erforderlichen Verschuldungskennzahlen verfehlt, was eine Neueinstufung der Verbindlichkeiten zur Folge hätte.

Die Analysten reagierten am 10. August auf die Entwicklungen. Die Experten von CIBC senkten ihr Kursziel für die Aktie von 1,00 Dollar auf 0,75 Dollar und behielten die Einstufung auf „Neutral“ bei. Auch RBC Capital bestätigte am selben Tag die Einschätzung „Hold“.

Ein Hoffnungsschimmer für das künftige Wachstum könnte das Massivholz-Segment sein: Das Unternehmen verweist auf einen Auftragsbestand von 151 Millionen Dollar, wobei etwa 70 % der Projekte im Bereich von Rechenzentren angesiedelt sind.

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