Microvast, Aktie

Microvast Aktie: Huzhou-Ausbau auf 2026 verschoben

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microvast steigerte 2025 den Umsatz, doch Margenprobleme, Produktionsverzögerungen und hÀufige Finanzchefwechsel verschÀrfen den Rechtsstreit.

Microvast unter Druck: Margeneinbruch und Klage belasten Aktie
Moderne, technologisch fortschrittliche Produktionsanlage fĂŒr Batterietechnologie in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Vier Finanzchefs innerhalb von gut drei Jahren, ein drastischer Margeneinbruch und Verzögerungen beim Ausbau zentraler FertigungskapazitĂ€ten belasten Microvast Holdings schwer. Zwar steigerte das Unternehmen im Gesamtjahr 2025 den Umsatz auf 427,52 Millionen Dollar und reduzierte den Nettoverlust auf 29,22 Millionen Dollar, doch die Diskrepanz zwischen den frĂŒheren Versprechungen und der operativen RealitĂ€t bildet den Kern einer juristischen Auseinandersetzung am US-Bezirksgericht fĂŒr den sĂŒdlichen Bezirk von Texas. Dem Management um Chairman und Chief Executive Officer Yang Wu wird vorgehalten, den Kapitalmarkt ĂŒber die MargenstĂ€rke sowie den Zeitplan der chinesischen Produktionserweiterung getĂ€uscht zu haben.

Kollaps der ProfitabilitÀt und Verzögerungen

Besonders der Einbruch der Ertragskraft schockierte die Anleger.

Neben regulatorischen Anforderungen in SĂŒdkorea bremsten verzögerte HochlĂ€ufe bei Kundenprojekten im Wirtschaftsraum EMEA die Entwicklung. ZusĂ€tzlich belastete eine Abschreibung von 32,5 Millionen Dollar auf LagerbestĂ€nde im Bereich der Energiespeichersysteme das Ergebnis.

Zudem verschob sich die Fertigstellung der Phase 3.2 des Werksausbaus im chinesischen Huzhou, die ursprĂŒnglich bis Ende 2025 abgeschlossen sein sollte, in das erste Quartal 2026.

FĂŒhrungskrise im Finanzressort

Zu den geschĂ€ftlichen RĂŒckschlĂ€gen trat eine ausgeprĂ€gte InstabilitĂ€t an der Spitze des Finanzressorts. Zwischen April 2022 und August 2025 beschĂ€ftigte das Unternehmen vier verschiedene Finanzchefs. Nach dem Ausscheiden von Craig Webster folgten mehrere kurzzeitige Wechsel, bis Carl T. Schultz das Amt im August 2025 nach nur vier Monaten wieder niederlegte.

Eine derartige Fluktuation im Finanzbereich untergrĂ€bt das Vertrauen der KapitalmĂ€rkte, da sie Zweifel an der VerlĂ€sslichkeit interner Planungen und Kontrollmechanismen weckt. Die wiederholten Personalwechsel fielen in eine Phase, in der ehrgeizige RentabilitĂ€tsziele verkĂŒndet wurden, die sich kurz darauf als unhaltbar herausstellten.

Druck an den MĂ€rkten

Das anhaltende Misstrauen drĂŒckt schwer auf die Notierung. Betroffene Anleger können bis zu diesem Stichtag die FederfĂŒhrung der KlĂ€gergruppe beantragen.

Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 79 Prozent und notiert bei 0,4975 Euro. Solange das Unternehmen keine operative StabilitĂ€t bei Margen und KapazitĂ€tsausbau nachweist, bleibt der Spielraum fĂŒr eine nachhaltige Erholung eng begrenzt.

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