MindMed Aktie: Dritter Erfolg in Folge
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 14:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei von drei — so lautet die Bilanz von DT120 in Phase-3-Studien. Für Definium Therapeutics, besser bekannt unter dem früheren Namen MindMed, hat sich damit eine Erfolgsserie verfestigt, die Analysten reihenweise zu höheren Kurszielen greifen lässt.
Am Wochenende meldete das Unternehmen die Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie Panorama zu DT120, einer als Schmelztablette verabreichten LSD-Therapie gegen generalisierte Angststörungen. Die 100-Mikrogramm-Dosis übertraf die Kontrollgruppe deutlich: Der Hamilton-Angst-Score verbesserte sich placebobereinigt um 5,1 Punkte in Woche 12, statistisch hochsignifikant. Alle wichtigen sekundären Endpunkte wurden ebenfalls erreicht.
Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Die Reaktion der Wall Street fiel eindeutig aus. Canaccord Genuity hob sein Kursziel von 64 auf 78 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung — bei einem aktuellen Kurs von 40,25 Dollar entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 94 Prozent.
H.C. Wainwright bekräftigte seine Buy-Einstufung mit einem Kursziel von 70 Dollar, während Stifel seine Bewertung auf 67 von zuvor 60 Dollar erhöhte. Die Bandbreite der Analystenziele reicht mittlerweile von 55 bis 91 Dollar — ein Bild, das trotz der Streuung eines gemeinsam hat: Alle Häuser bleiben bei Kaufempfehlungen.
Die Aktie hat diese Entwicklung längst vorweggenommen. Über die vergangenen zwölf Monate legte der Kurs um 321 Prozent zu, seit Jahresbeginn 2026 um 201 Prozent. Ein Detail aus der Studie dürfte Kritiker beruhigen: Obwohl viele Teilnehmer richtig erraten konnten, ob sie das Medikament oder Placebo erhielten, blieb die Wirksamkeit auch unter Berücksichtigung dieses sogenannten Funktions-Unblindings bestehen.
Rückenwind aus Washington
Der Erfolg von DT120 fällt in eine Phase, in der sich das regulatorische Klima für Psychedelika-Therapien in den USA spürbar aufhellt. Die FDA hielt am Montag eine öffentliche Anhörung zum therapeutischen Einsatz solcher Substanzen ab — Teil einer im April gestarteten Initiative der Trump-Administration, die Entwicklung entsprechender Behandlungen für schwere psychische Erkrankungen zu beschleunigen. Seither hat die Behörde bereits drei Priority Vouchers an Unternehmen mit Psychedelika-Wirkstoffen vergeben.
CEO Robert Barrow nutzte die Anhörung, um für eine Normalisierung der Wahrnehmung zu werben: Psychedelika-Entwicklung solle wie "normale Arzneimittelentwicklung" behandelt werden, nicht als Sonderfall. Jefferies-Analysten sehen in dem von der FDA vorgestellten Rahmenwerk Anzeichen dafür, dass die Behörde bereit ist, flexible Studiendesigns zu akzeptieren, um dem Unblinding-Problem zu begegnen.
Für Definium hat das direkte Konsequenzen: H.C. Wainwright rechnet mit einem Pre-NDA-Meeting im vierten Quartal 2026, ein Zulassungsantrag wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet. Mit drei positiven Phase-3-Studien in der Tasche — für generalisierte Angststörung und schwere depressive Episoden — nähert sich das Unternehmen diesem Termin mit einer Datenbasis, wie sie nur wenige Konkurrenten im Psychedelika-Sektor vorweisen können.
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