Moderna Aktie: FDA genehmigt mFLUSIVA
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer massiven Kursrallye in den vergangenen zwölf Monaten steht das US-Biotechnologieunternehmen Moderna erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit. Während die FDA im vergangenen Monat mit mFLUSIVA den ersten mRNA-Grippeimpfstoff des Unternehmens zugelassen hat, wächst am Markt die Debatte über die Bewertung des Konzerns.
Anleger wägen derzeit die klinischen Fortschritte der breit gefächerten Pipeline gegen die hohen Erwartungen ab, die sich nach dem jüngsten Höhenflug verfestigt haben.
Durchbrüche in der Grippe-Prävention
Die Zulassung von mFLUSIVA markiert einen wichtigen Meilenstein für die mRNA-Plattform von Moderna. Flankiert wird dieser regulatorische Erfolg durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Kandidaten mRNA-1010. Eine in der Fachzeitschrift Nature Immunology veröffentlichte Studie untersuchte die Antikörperreaktion bei 75 gesunden Erwachsenen. Dabei zeigte sich, dass mRNA-1010 im Vergleich zum herkömmlichen Impfstoff Fluarix eine deutlich breitere Reaktion auslöste.
Besonders hervorzuheben ist die Bildung influenza-spezifischer Keimzentren, die bei einigen Probanden der mRNA-Gruppe bis zu 26 Wochen lang nachgewiesen werden konnten. Bei der Vergleichsgruppe mit dem konventionellen Impfstoff blieben diese Reaktionen aus.
Zudem verzeichneten die Forscher einen Anstieg der Neutralisationstiter gegen 11 von 13 untersuchten A/H1N1-Virusvarianten. Diese Daten stützen die Strategie des Unternehmens, die mRNA-Technologie über die reine Covid-Prävention hinaus in der saisonalen Vorsorge zu etablieren.
Krebsimpfstoff-Pipeline liefert klinische Daten
Parallel zur Expansion im Bereich der Infektionskrankheiten erzielt Moderna in Kooperation mit dem Pharmakonzern Merck signifikante Fortschritte in der Onkologie.
Im Fokus steht hier der personalisierte mRNA-Krebsimpfstoff intismeran autogene, der in Kombination mit der Immuntherapie Keytruda eingesetzt wird. In der Phase-3-Studie INTerpath-001 wurden 1.137 Teilnehmer in einem Verhältnis von 2:1 randomisiert, um die Wirksamkeit bei Melanom-Patienten zu untersuchen.
Medienberichten zufolge verbesserten sich die klinischen Ergebnisse bei Hautkrebs durch die Kombinationstherapie im Vergleich zu einer alleinigen Behandlung mit Keytruda. Dieser Erfolg in der Spätphase der klinischen Entwicklung nährt die Hoffnung auf eine baldige Marktzulassung im Bereich der Krebsmedizin.
Dennoch warnen Gesundheitsexperten davor, dass die Verbreitung von Fehlinformationen über mRNA-Therapien und eine generelle Impfskepsis die Marktdurchdringung künftiger Krebsimpfstoffe bremsen könnten.
Marktbewertung und Ausblick
An der Börse reflektiert die aktuelle Notierung die hohen Wachstumserwartungen der vergangenen Monate. Die Aktie verzeichnete eine Wertsteigerung von 500 % innerhalb eines Jahres. Trotz eines leichten Rückgangs am heutigen Montag notiert das Papier bei 121,80 € und damit weiterhin 51 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Analysten diskutieren derzeit intensiv, ob diese Aufschläge durch die künftigen Cashflows gedeckt sind.
Während einige Marktbeobachter in den neuen Zulassungen und der starken Pipeline eine Rechtfertigung für die Premiumbewertung sehen, mahnen andere zur Vorsicht. Ein gängiges Bewertungsmodell auf Basis diskontierter Cashflows taxiert den inneren Wert der Aktie deutlich niedriger, was auf eine Überhitzung hindeuten könnte.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die kommerzielle Einführung von mFLUSIVA und weitere Daten aus der Onkologie-Sparte die hohen Kursmarken nachhaltig untermauern können.
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