Moderna Aktie: Redburn stuft auf Sell ab
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Moderna verzeichnet am heutigen Donnerstag einen Kursrückgang, nachdem Analysten vor einer massiven Überbewertung des Biotechnologie-Unternehmens gewarnt haben. Trotz der jüngsten Erfolge in der Impfstoff-Entwicklung sieht Rothschild & Co Redburn nun erhebliches Abwärtspotenzial für das Papier. Aktuell notiert der Wert bei 126,08 Euro, was einem Minus von 3,0 % entspricht.
Analysten warnen vor Überhitzung nach Kursrally
Hintergrund der heutigen Kursbewegung ist eine deutliche Herabstufung durch das Analysehaus Rothschild & Co Redburn. Die Experten senkten ihr Urteil für Moderna von „Neutral“ auf „Sell“. Analyst Simon Baker begründete diesen Schritt mit der Einschätzung, dass die Aktien nach den Erfolgen in der Krebsforschung „erheblich überbewertet“ seien.
Die „überschwängliche Reaktion“ des Marktes auf die jüngsten Nachrichten sei laut Baker unter keinem plausiblen Szenario mehr mit den Fundamentaldaten in Einklang zu bringen. Das neue Kursziel wurde zwar von 40 auf 81 US-Dollar angehoben, liegt damit jedoch weiterhin weit unter dem aktuellen Kursniveau.
Damit positioniert sich das Haus deutlich skeptischer als andere Marktteilnehmer. Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Analysehaus Argus Moderna von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 180 US-Dollar ausgegeben. Diese gegensätzlichen Einschätzungen spiegeln die hohe Volatilität wider, die den Wert seit Wochen prägt. In den vergangenen 30 Tagen konnte die Aktie ein Plus von 154 % verbuchen, getrieben vor allem durch positive Studienergebnisse.
Abschluss der Milliarden-Finanzierung und Wettbewerbsdruck
Flankiert wird die aktuelle Marktlage durch den Abschluss einer bedeutenden Kapitalmaßnahme. Wie Moderna mitteilte, wurde am Dienstag eine Privatplatzierung von Wandelanleihen im Volumen von 3,0 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Die bis 2032 laufenden unverzinsten Senior Notes wurden gegenüber der ursprünglichen Planung von 2,0 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Das Unternehmen beabsichtigt, die Mittel unter anderem für Investitionen in die Onkologie-Sparte sowie zur Tilgung bestehender Schulden zu verwenden.
Während Moderna seine finanzielle Basis stärkt, wächst der Wettbewerbsdruck in der Kernpipeline. Medienberichten zufolge plant der Konkurrent GSK, noch in diesem Monat eine Phase-III-Wirksamkeitsstudie für einen eigenen mRNA-basierten Grippeimpfstoff zu starten. Zuvor hatte GSK positive Daten aus der Phase II gemeldet, die eine höhere Immunantwort im Vergleich zu Standardimpfstoffen zeigten.
Dies stellt eine direkte Herausforderung für Modernas Grippeimpfstoff mFlusiva dar. Dieser hatte vor gut drei Wochen die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA für Erwachsene ab 50 Jahren erhalten und soll zur US-Atemschutzsaison 2026/2027 verfügbar sein.
Neben der Grippeprävention bleibt der Bereich der Krebsimmuntherapie der wichtigste Hoffnungsträger. Vor rund zwei Wochen sorgten Erfolge in der Phase-3-Studie INTerpath-001 bei Melanom-Patienten für einen massiven Kurssprung, da die Kombinationstherapie mit Keytruda statistisch signifikante Verbesserungen beim rückfallfreien Überleben zeigte.
Angesichts der heutigen Analystenwarnung scheint der Markt nun jedoch zu prüfen, wie viel dieser künftigen Erfolge bereits in den aktuellen Kursen eingepreist ist.
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