Moncler Aktie: Warmer Herbst bremst
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deMoncler wächst nach neun Monaten noch um 6 Prozent, doch im dritten Quartal ist davon wenig übrig. Der Umsatz der Gruppe stagnierte bei 605,5 Millionen Euro. Die Kernmarke rutschte ins Minus, und das Management verweist auf Wetter und ausbleibende Touristen.
Kernmarke schwächelt, Stone Island trägt
Die Marke Moncler verzeichnete im Quartal ein Minus von 1 Prozent. Das Direktgeschäft, das rund 81 Prozent des Markenumsatzes ausmacht, gab um 2 Prozent nach. Der Großhandel wuchs dagegen um 2 Prozent.
Stone Island legte um 5 Prozent zu. Im Direktvertrieb stieg der Umsatz nur um 2 Prozent, weil das Unternehmen Rabattaktionen bewusst zurückfuhr. Das Geschäft mit Vollpreisverkäufen wuchs nach Angaben des Managements im niedrigen zweistelligen Bereich. Der Großhandel profitierte allerdings von Lieferzeitpunkten, die sich im vierten Quartal umkehren sollen. Dort rechnet Moncler mit einem zweistelligen Rückgang in diesem Kanal.
Europa schwach, China stützt
Regional ging die Schere weit auf. In Asien wuchs die Marke im Quartal um 5 Prozent, nach neun Monaten um 15 Prozent. In der Region EMEA sank der Umsatz im Quartal um 8 Prozent, vor allem wegen fehlender asiatischer Touristen und schwächerer Nachfrage vor Ort. Die USA legten um 2 Prozent zu.
Hinzu kommt das Wetter. Ungewöhnlich hohe Temperaturen von Juli bis September dämpften den Absatz der Winterkollektionen, leichtere Frühjahr/Sommer-Ware lief dagegen gut. Finanzchef Luciano Santel räumte ein, dass der Verlust durch fehlende Touristen schwer zu beziffern sei und sich womöglich nicht aufholen lasse. Den Start ins vierte Quartal beschrieb er als kaum anders als das dritte, mit einer starken Golden Week in China als Lichtblick.
Der neue Flagship-Store an der Fifth Avenue in New York laufe nach Unternehmensangaben seit der Eröffnung im September im Plan, eher etwas besser. Kleinere US-Städte bleiben dagegen hinter den Erwartungen zurück.
Margenziel ohne Garantie
Beim operativen Margenziel von rund 29 Prozent blieb das Management vorsichtig. Es sei ein Ziel, keine Prognose, da das Geschäft zu 90 Prozent aus Direktvertrieb bestehe und der Umsatz schwer vorherzusagen sei. Zur Lagerhaltung sagte Santel, die Produktion werde bereits gedrosselt.
Für 2027 hält Moncler an einem Flächenbeitrag von etwa 4 Prozent fest, Preiserhöhungen sollen nur im niedrigen einstelligen Bereich liegen. Zudem will das Unternehmen stärker in Frühjahr/Sommer-Kollektionen investieren, mehr Läden sollen die volle Auswahl führen.
Die Aktie reagierte verhalten und notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Die nächsten Zahlen, die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026, legt Moncler am 18. Februar vor.
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