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Monte dei Paschi: Gebote bleiben bindend trotz Intesa-Übernahme

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Monte dei Paschi bestätigt die Bindung seiner Angebote für Banco BPM und Banca Generali, während Intesa die eigene Übernahme weiter vorbereitet.

Monte dei Paschi hält an 34-Milliarden-Euro-Geboten fest
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Sonnenuntergang als Symbol für den Finanzsektor. Illustration mit AI erstellt.

Im Ringen um die europäische Bankenlandschaft hat die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) heute ein klares Signal an die Märkte und die Börsenaufsicht Consob gesendet. Die italienische Traditionsbank stellte klar, dass ihre milliardenschweren Übernahmeangebote für die Konkurrenten Banco BPM und Banca Generali unwiderruflich seien.

Diese Bindung gelte ausdrücklich auch für den Fall, dass Monte dei Paschi selbst durch die Intesa Sanpaolo übernommen werde. Mit diesem Schritt untermauert das Institut seine Eigenständigkeit und verkompliziert gleichzeitig die Pläne des potenziellen Käufers Intesa.

Verbindliche Gebote trotz Übernahmedruck

Laut Bloomberg hat MPS gegenüber der Consob bestätigt, dass die kombinierten Gebote in Höhe von 34 Milliarden Euro rechtlich bindend bleiben. Davon entfallen rund 25,3 Milliarden Euro auf die Banco BPM und 8,7 Milliarden Euro auf die Banca Generali.

Monte dei Paschi reagierte damit auf eine Beschwerde der Intesa Sanpaolo und präzisierte die Details der eigenen Expansionspläne. Die Bank betonte, dass ein Kontrollwechsel auf der Ebene der MPS-Muttergesellschaft keinen Einfluss auf die rechtliche Gültigkeit dieser "unwiderruflichen" Offerten habe.

Medienberichten zufolge lieferte Monte dei Paschi zudem Erläuterungen zur Bewertung der Gebote. Sollte man die Aktienkurse heranziehen, die vor der jüngsten Aufstockung des Angebots durch Intesa galten, würden die MPS-Gebote einen Abschlag zu den damaligen Marktpreisen aufweisen.

Diese Transparenzoffensive ist Teil einer Verteidigungsstrategie, mit der MPS seine Position als gestaltender Akteur im italienischen Bankensektor behaupten will, während Intesa Sanpaolo die vollständige Integration der Bank anstrebt.

Juristische Altlasten und politischer Rückzug

Parallel zum Übernahmekampf sieht sich Monte dei Paschi mit neuen rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Wie Bloomberg berichtet, haben Hedgefonds wie Attestor Capital und die Polus Capital Management Group am vergangenen Mittwoch den Rechtsstreit um sogenannte FRESH-Notes im Wert von rund einer Milliarde Euro wiederaufgenommen.

Diese Anleihen waren vor etwa zehn Jahren im Zuge der Sanierung entwertet worden. Die Gläubiger fordern nun jahrelange entgangene Zinszahlungen für die im Jahr 2008 begebenen Papiere. MPS selbst hat gerichtliche Schritte eingeleitet, um die Rechtslage durch italienische Gerichte endgültig klären zu lassen.

Flankiert wird die Situation durch eine klare Positionierung der italienischen Politik. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte am Freitag, dass die Regierung keine aktive Rolle in der Zukunft von Monte dei Paschi einnehmen werde. Sie bezeichnete die Entwicklung der Bank als eine reine Angelegenheit des Marktes.

Diese Nichteinmischung lässt den beteiligten Banken und Investoren zwar freien Raum für Verhandlungen, erhöht jedoch auch den Druck auf das MPS-Management, eine tragfähige Lösung ohne staatliches Sicherheitsnetz zu präsentieren.

Markt reagiert mit Kursabschlägen

Die Aktie von Monte dei Paschi notiert heute bei 11,56 Euro und verzeichnet damit eine Tagesveränderung von minus 2,9 %. Trotz der aktuellen Unsicherheit und der komplexen Gemengelage aus juristischen Streitigkeiten und Übernahmekämpfen zeigt sich das Papier im längerfristigen Vergleich robust. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Zuwachs von 26 %. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 35,77 Milliarden Euro.

Die kommenden Wochen werden für die Ausrichtung der Bank entscheidend sein. Am 29. Oktober steht eine wichtige Abstimmung der Aktionäre an, bei der über die Genehmigung der beiden Übernahmeangebote für Banco BPM und Banca Generali entschieden werden soll.

Zeitgleich treibt Intesa Sanpaolo ihre eigenen Pläne voran: Am vergangenen Donnerstag stimmten deren Aktionäre bereits der Ausgabe von bis zu 5,7 Milliarden neuen Aktien zu, um die 35,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Monte dei Paschi zu finanzieren.

Intesa rechnet laut aktuellen Prognosen mit einem Abschluss dieser Transaktion bis Dezember 2026. Anleger blicken nun gespannt auf die Hauptversammlung Ende Oktober, die den weiteren Weg der MPS-Abwehrstrategie maßgeblich bestimmen dürfte.

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