MP Materials Aktie: Fort Worth startet kommerzielle Magnetproduktion
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Fabrik Independence in Fort Worth steht vor dem Beginn der ersten kommerziellen Auslieferungen von Neodym-Permanentmagneten an General Motors. Nach Prototypentests im Entwicklungszentrum von GM in Pontiac sollen die ersten in den USA gefertigten Magnete im vierten Quartal 2026 an den Automobilkonzern übergeben werden. Für das Unternehmen markiert dieser Schritt den Übergang von der reinen Rohstoffförderung zur Weiterverarbeitung industrieller Komponenten.
An der Börse notierte das Papier von MP Materials am Freitag zum Handelsschluss bei 42,60 Euro, was einem Tagesverlust von 1,7 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel rund 53 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 91,20 Euro, das im Oktober des Vorjahres markiert worden war.
Industrieller Hochlauf in Texas
Die Anlage in Fort Worth umfasst 250.000 Quadratfuß und ist auf eine Kapazität von bis zu einer Million Magnete pro Tag ausgelegt. Die gesamte Fertigung des Werks ist für General Motors reserviert. GM beabsichtigt, langfristig sämtliche in Nordamerika produzierten Elektrofahrzeuge mit Magneten von MP Materials auszustatten. In den Traktionsmotoren der Fahrzeuge kommen je nach Rotorgröße 128 oder 192 Neodym-Eisen-Bor-Magnete zum Einsatz.
Das Ausgangsmaterial stammt aus der unternehmenseigenen Mine Mountain Pass in Kalifornien. Nach Unternehmensangaben steuerte der Standort im Jahr 2025 rund 13 Prozent zur weltweiten Förderung Seltener Erden bei. Bislang wurden gewonnene Vorprodukte zur Weiterverarbeitung größtenteils nach Asien verschifft. Mit der eigenen Metallisierung und Magnetproduktion schließt der Konzern nun die heimische Wertschöpfungskette.
Parallel dazu treibt das Unternehmen bereits den Bau einer zweiten Magnetfabrik im texanischen Northlake voran. Diese Anlage soll die jährliche Produktionskapazität bis 2028 auf rund 10.000 metrische Tonnen steigern.
Geopolitischer Druck auf die Lieferketten
Der anstehende Produktionsstart fällt in eine Phase anhaltender Spannungen im weltweiten Rohstoffhandel. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur befinden sich 49 Prozent der weltweiten Seltenerd-Reserven in China. Chinesische Ausfuhren von Permanentmagneten in die Vereinigten Staaten gingen im August auf 512 metrische Tonnen zurück, was einem Minus von 20 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.
Westliche Industrieunternehmen suchen deshalb verstärkt nach verlässlichen Alternativen. Neben dem Abkommen mit General Motors bestehen bei MP Materials weitere Großverträge: Für Apple fertigt das Unternehmen Magnete aus recycelten Rohstoffen in einem Vertragsvolumen von 500 Millionen US-Dollar.
Zudem hält das US-Verteidigungsministerium eine Beteiligung von 15 Prozent am Unternehmen, flankiert von einer zehnjährigen Liefervereinbarung mit einer Mindestpreisgarantie von 110 US-Dollar pro Kilogramm.
Skalierung als wirtschaftliche Hürde
Trotz der vertraglichen Absicherungen bleibt der Hochlauf der Fertigung mit betrieblichen Herausforderungen verbunden. Laut Vertretern von General Motors liegen die Herstellungskosten für in den USA gefertigte Magnete anfangs über dem Preisniveau asiatischer Importe. Eine Angleichung der Kostenstrukturen hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Anlagen in Texas die geplante Vollauslastung erreichen.
Für Anleger richtet sich der Blick in den kommenden Wochen darauf, ob die ersten Serienchargen den Zeitplan im vierten Quartal einhalten und die angestrebten Ausbeutequoten in der Fabrik erreicht werden.
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