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Münchener Rück Aktie: Manulife-Vertrag rückwirkend in Kraft

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Manulife überträgt 80 Prozent biometrischer Risiken eines Pflegeportfolios mit IFRS-17-Reserven von 3,2 Milliarden kanadischen Dollar.

Kräftige Pop-Art-Comicillustration: Erde mit dicken Konturen, Halbton-Rasterung, heroischer Schild-Badge mit Text PROTECT, strahlende Farbexplosion in Gelb und Orange. Munich Re, ISIN DE0008430026
Pop-Art-Comic: Erdkugel mit heroischem Schutzschild und Schrift PROTECT in Primärfarben. Munich Re, ISIN DE0008430026 Illustration mit AI erstellt.

Der kanadische Finanzkonzern Manulife hat den milliardenschweren Rückversicherungsvertrag mit der Munich Re Group unter Dach und Fach gebracht. Wie gestern bekannt gegeben wurde, trat die Vereinbarung mit der Konzerntochter Munich American Reassurance Company rückwirkend zum 1. Juli in Kraft.

Die Transaktion umfasst die Übernahme biometrischer Risiken aus einem Portfolio von Langzeitpflege-Policen, das Reserven nach IFRS 17 in Höhe von 3,2 Milliarden kanadischen Dollar aufweist. Anleger an der Frankfurter Börse reagierten erleichtert: Die Aktie der Münchener Rück stieg heute um 1,4 Prozent auf 506,20 Euro, nachdem sie gestern noch bei 499,00 Euro aus dem Handel gegangen war.

Entlastung für kanadischen Partner

Die nun vollzogene Vereinbarung war von Manulife bereits Anfang August angekündigt worden. Im Kern handelt es sich um eine 80-prozentige Quotenrückversicherung für den definierten Policenblock. Die zugrunde liegenden IFRS-17-Reserven basieren auf dem Bewertungsstand vom 30. Juni und setzen sich aus den geschätzten künftigen Zahlungsströmen, einer Risikoanpassung sowie der vertraglichen Servicemarge zusammen.

Für den kanadischen Erstversicherer bedeutet der Schritt eine erhebliche Risikoreduktion in der bilanziell anspruchsvollen Sparte der Langzeitpflege. Für die Munich-Re-Tochtergesellschaft, die das US-Lebensrückversicherungsgeschäft der Gruppe betreibt, stärkt der Zuwachs das versicherungstechnische Portfolio in Nordamerika.

Branchenumfeld bleibt von Preisdebatten geprägt

Das Neugeschäft im Bereich der Lebens- und Krankenrückversicherung fällt in eine Phase, in der die Dynamik im Schaden- und Unfallsektor nachlässt. Nach einer längeren Phase historisch harter Marktbedingungen mehren sich an den Finanzmärkten die Stimmen, die vor einem zunehmenden Margendruck warnen.

Das Analysehaus Autonomous wies jüngst darauf hin, dass nach einem Jahr rückläufiger Preise der Wettbewerbsdruck unter den globalen Rückversicherern weiter zunehmen und das Ende des sogenannten harten Marktes besiegeln könnte.

Zusätzliche Ertragschancen suchen die Konzerne deshalb vermehrt in Spezialsegmenten. Neben strukturierten Lebensrückversicherungen wie dem kanadischen Pflegeblock zählt dazu unter anderem die Absicherung großvolumiger Rechenzentren für Zukunftstechnologien.

Zwar wird diesem Markt ein erhebliches Volumen zugeschrieben, Marktbeobachter mahnen hierbei jedoch vor den schwer kalkulierbaren Kumul- und Feuerrisiken, deren Deckung die Bilanzen der Rückversicherer vor neue versicherungsmathematische Herausforderungen stellt.

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