Mutares Aktie: EBITDA dreht auf 67 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 11:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mutares hat mit dem Halbjahresbericht den Beleg geliefert, dass die aggressive Zukaufsstrategie der vergangenen Monate operativ Früchte trägt. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA drehte von minus 89 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf plus 67 Millionen Euro.
Die Aktie reagierte darauf verhalten: Am Freitag schloss sie bei 25,95 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent auf Tagessicht, bleibt aber mit einem Abstand von 26 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro noch deutlich unter ihrem Jahreshoch von Mitte Januar.
Vom Verlust zur Marge
Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte von minus 2,8 Prozent im Vorjahr auf plus 2,0 Prozent. Getragen wurde die Verbesserung vor allem vom Segment Energy & Technology, das ein bereinigtes EBITDA von 56 Millionen Euro erwirtschaftete, nach null im Vorjahreszeitraum.
Automotive & Mobility trug 38 Millionen Euro bei. Gegenläufig entwickelte sich das Segment Goods & Services mit einem bereinigten EBITDA von minus 45 Millionen Euro, belastet durch Sanierungsfälle wie Lapeyre, Prénatal, Stuart, LaRochette und Natura.
Das Holding-Nettoergebnis blieb mit 6 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 70 Millionen Euro – bereinigt um Kapitalmarktkosten von 10 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung und den Anleiheverfahren.
Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Guidance: ein Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie ein Holding-Nettogewinn von 165 bis 200 Millionen Euro. Damit signalisiert Mutares, dass die zahlreichen Übernahmen und Exits der vergangenen Wochen die Jahresziele nicht gefährden.
Bilanz nach der Zukaufswelle
Ein zentraler Punkt für Anleger war die Frage der finanziellen Stabilität nach dem Covenant-Bruch zum Jahresende 2025. Zum 30. Juni wurden die Bond-Covenants nun vollständig eingehalten.
Die Holding-Verschuldung soll bis Jahresende auf 250 bis 300 Millionen Euro sinken. Das schafft Spielraum, nachdem Mutares mit der SABIC-Übernahme vor gut einer Woche die größte Transaktion der Unternehmensgeschichte abgeschlossen hatte – seither gab die Aktie um 2,6 Prozent nach.
Parallel zur Wachstumsstory räumt Mutares im Portfolio auf. Im ersten Halbjahr wurden mehrere Beteiligungen veräußert, darunter Kalzip, inTime Group, Relobus und Peugeot Motocycles.
Die größte Exit-Transaktion des Jahres ist bereits vereinbart: Der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems soll im dritten Quartal vollzogen werden. NEM Energy war seit 2022 im Portfolio und hatte sich laut Unternehmensangaben zu einer profitabel wachsenden Plattform entwickelt.
Dividende und Ausblick
Auf der Hauptversammlung im Juli beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, zudem wurde eine Kapitalerhöhung erfolgreich durchgeführt.
Mit dem Übergang der Übernahme des Dachsystem-Spezialisten Car Top Systems von Magna sowie der laufenden Fusionsprüfung für die Übernahme des Carsharing-Geschäfts Free2move von Stellantis – seit deren Anmeldung vor rund zwei Wochen verlor die Aktie 3,7 Prozent – bleibt das Unternehmen auf Expansionskurs.
Ob sich die operative Wende auch in einer nachhaltigen Kurserholung niederschlägt, hängt nun davon ab, ob die zahlreichen Integrationen im zweiten Halbjahr reibungslos gelingen.
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