Mutares, Aktie

Mutares Aktie: Rückkehr zu 67 Millionen EBITDA

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 04:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mutares steigert Umsatz auf 3,4 Mrd. Euro und kehrt beim bereinigten EBITDA in die Gewinnzone zurück. Zwei Großakquisitionen wurden abgeschlossen.

Mutares: Halbjahreszahlen zeigen Wachstum und Rückkehr in die Gewinnzone
Moderner Konferenzraum bei Sonnenuntergang als Symbol für finanzielle Erholung und wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat eine ereignisreiche Woche hinter sich, die von der Vorlage der Halbjahreszahlen und dem Abschluss bedeutender Transaktionen geprägt war. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein deutliches Wachstum beim Konzernumsatz, der um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro kletterte. Nach einem operativ schwierigen Vorjahr gelang zudem die Rückkehr in die Profitabilität auf Ebene des bereinigten EBITDA.

Deutliche Umsatzsteigerung und finanzielle Stabilisierung

Das bereinigte EBITDA im Konzern belief sich im ersten Halbjahr auf 67 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 89 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Das nicht bereinigte EBITDA lag hingegen mit 349 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 598 Millionen Euro. Auf Ebene der Holding wurde ein bereinigtes Nettoergebnis von 6 Millionen Euro erzielt. Der Holding-Umsatz, der sich aus Beratungsleistungen und Management-Gebühren zusammensetzt, belief sich am Ende des Berichtszeitraums auf 49 Millionen Euro.

Ein wichtiger Meilenstein gelang dem Unternehmen bei der Stabilisierung der Finanzierungsstruktur. Wie Mutares am Dienstag mitteilte, werden die Anforderungen für die Nordic Bond-Covenants zum Stichtag 30. Juni 2026 wieder vollständig eingehalten. Im Geschäftsjahr 2025 war dies zeitweise nicht der Fall gewesen. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch operative Verbesserungen im Portfolio sowie gezielte Transaktionen, darunter ein Rückkauf von Anleihen mit einem Nominalvolumen von etwa 18 Millionen Euro im Juni. Das Ziel bleibt, die Holding-Verschuldung bis zum Jahresende auf eine Spanne zwischen 250 Millionen und 300 Millionen Euro zu senken.

Expansion durch strategische Übernahmen abgeschlossen

Parallel zu den Finanzdaten vermeldete die Gesellschaft den Vollzug zweier gewichtiger Akquisitionen. Anfang August wurde die Übernahme des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von SABIC in Amerika und Europa abgeschlossen. Dieser Bereich firmiert fortan unter dem Namen NexPoint Materials und bringt einen Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro in die Gruppe ein.

Zudem wurde am Mittwoch der Erwerb des Car Top Systems (CTS)-Geschäftsbereichs vom Zulieferer Magna erfolgreich beendet. CTS wurde als eigenständiges Unternehmen etabliert und verstärkt ab sofort das Segment Automotive & Mobility innerhalb der HILO Group. Auf der Verkaufsseite konnte das Management im ersten Halbjahr ebenfalls Erfolge verbuchen, darunter Exits bei Gesellschaften wie Kalzip, inTime Group und Peugeot Motocycles sowie der vollständige Ausstieg aus der Terranor Group nach deren Börsengang. Am Freitag beendete die Aktie den Handel bei einem Schlusskurs von 27,25 Euro, womit die Marktkapitalisierung aktuell 586,02 Millionen Euro beträgt.

Ausblick und Analysteneinschätzung

Für das restliche Geschäftsjahr zeigt sich die Unternehmensführung zuversichtlich und bestätigte die Prognose für 2026. Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 7,9 Milliarden und 9,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss der Holding soll in einer Spanne von 165 Millionen bis 200 Millionen Euro liegen, wobei insbesondere für das zweite Halbjahr mit signifikanten Exit-Erlösen gerechnet wird. Medienberichten zufolge befinden sich derzeit mehrere Verkaufsprozesse in einer fortgeschrittenen Phase, unter anderem in den Bereichen Energieinfrastruktur und Defense. Bereits im dritten Quartal soll zudem der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems vollzogen werden.

Die jüngsten Entwicklungen stießen bei Experten auf ein positives Echo. Ein Analystenhaus bestätigte am Mittwoch seine Kaufempfehlung für das Papier. Trotz einer minimalen Anpassung des Kursziels auf nun 49,30 Euro wird die erwartete Kursperformance weiterhin als sehr deutlich eingeschätzt. Dennoch bleibt die Aktie an der Börse bislang hinter ihren Höchstständen zurück; seit Jahresanfang (YTD) weist der Wert eine negative Entwicklung von 9,17% auf. Weitere Details zur Strategie und den aktuellen Zahlen werden im Rahmen eines Earnings Calls erwartet, der am 18. August stattfinden soll.

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