NASDAQ 100: CoreWeave-Krise warnt vor KI-Finanzierung
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach dem Ausverkauf im NASDAQ 100 unterscheiden Anleger stĂ€rker zwischen profitablen KI-GeschĂ€ften und schuldenfinanzierten AusbauplĂ€nen. Diese EinschĂ€tzung vertritt Saxo heute. Der RĂŒckgang erfasst damit nicht nur die Wachstumserwartungen: Entscheidend werden auch Finanzierung und Kapitaldisziplin. Bloomberg zufolge verzeichnete der Index seine schwĂ€chste Woche seit April 2025.
Die Skepsis richtet sich gegen die wirtschaftliche TragfĂ€higkeit der Investitionen, nicht pauschal gegen kĂŒnstliche Intelligenz. FĂŒr Anleger im NASDAQ 100 liegt darin eine wichtige Unterscheidung: Gute operative Ergebnisse und steigende Kreditrisiken können innerhalb desselben Investmentthemas nebeneinanderstehen.
Starke Ergebnisse treffen auf Kreditrisiken
Saxo verweist auf zuletzt starke Ergebnisse von TSMC, Samsung und ASML. CoreWeave, Nebius und Oracle stehen nach EinschĂ€tzung des Hauses dagegen wegen ihrer hohen Verschuldung unter Druck. CoreWeave gilt Saxo als Warnsignal fĂŒr die Finanzierung des KI-Ausbaus. Höhere Kreditkosten könnten Investitionen in Rechenzentren bremsen.
Wie angespannt die Finanzierung geworden ist, beschreibt Jefferies anhand der Absicherungskosten gegen ZahlungsausfÀlle. Bei CoreWeave stiegen die PrÀmien seit dem 11. September von 749 auf 1.118 Basispunkte.
Das Problem reicht ĂŒber einzelne Schuldner hinaus. Bloomberg berichtet, steigende Finanzierungskosten könnten die KI-Investitionen und damit die Gewinne asiatischer Zulieferer belasten. Die SchwĂ€che der Technologieaktien erhĂ€lt dadurch eine zusĂ€tzliche Dimension: Verzögerte Infrastrukturprojekte könnten auch die Erwartungen an deren Lieferketten treffen.
Hohe Bewertung verlangt belastbare Gewinne
Jefferies beziffert die Bewertung globaler KI-Aktien auf das 23-Fache der erwarteten Gewinne. Aktien auĂerhalb dieses Bereichs kommen demnach auf das 13-Fache. Zugleich erwartet das Haus eine deutliche Verlangsamung des Gewinnwachstums bei KI-Unternehmen in den kommenden Jahren.
Jefferies-Stratege Chris Wood rĂ€t deshalb zur Diversifikation jenseits von KI. Er hĂ€lt allerdings an asiatischen Halbleiterwerten fest und meidet Unternehmen mit hohen KI-Investitionen. Seine Position steht somit nicht fĂŒr einen vollstĂ€ndigen RĂŒckzug aus dem Thema, sondern fĂŒr eine selektivere Auswahl.
Quartalsberichte als nĂ€chster PrĂŒfstein
Am 21. Oktober nach Börsenschluss legen Meta und Tesla ihre Quartalszahlen vor. Bei Meta stehen Umsatzwachstum sowie Umfang und Rendite der KI-Rechenzentrumsinvestitionen im Mittelpunkt. Bei Tesla richten sich die Erwartungen unter anderem auf die Kosten fĂŒr Robotaxi- und KI-Projekte.
Die Berichte treffen auf einen bereits deutlich verunsicherten Markt. Der NASDAQ 100 verlor am Freitag -2,2%; die Neubewertung der KI-Risiken setzte sich damit zum Wochenschluss fort.
FĂŒr eine Entlastung zĂ€hlt nun mehr als ein erneutes Versprechen starken Wachstums. Im Mittelpunkt stehen nachvollziehbare ErtrĂ€ge aus den Investitionen und deren Finanzierung. Genau diese Unterscheidung zwischen operativer StĂ€rke und Kapitalbedarf prĂ€gt die aktuelle Auswahl innerhalb des KI-Themas.
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