NASDAQ, Renditen

NASDAQ 100: Renditen unterbrechen Kletterpartie

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Starke US-Konjunkturdaten ließen Anleiherenditen steigen und belasteten den Nasdaq 100; Meta entwickelte sich gegen den Markttrend.

Nasdaq 100 gibt nach Rekordnähe wegen steigender US-Renditen nach
Ein moderner, minimalistischer Büroarbeitsplatz mit einem neutralen Börsenchart auf einem Monitor. Illustration mit AI erstellt.

Überraschend robuste Konjunkturdaten und steigende Renditen am US-Anleihemarkt haben die jüngste Kletterpartie an der Nasdaq unterbrochen. Nachdem der NASDAQ 100 tags zuvor noch ein neues 52-Wochen-Hoch von 30.817,59 Punkten markiert hatte, gab das Börsenbarometer gestern um 0,8 Prozent nach und ging bei 30.470,29 Zählern aus dem Handel. Anleger wägen derzeit die Folgen anhaltend hoher Zinsen gegen geopolitische Entwicklungen ab.

Starke Wirtschaftsdaten schüren Zinssorgen

Auslöser des jüngsten Rücksetzers war vor allem die Entwicklung am US-Rentenmarkt. Nach Veröffentlichung unerwartet starker Einkaufsmanagerindizes kletterte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf über 5,1 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2007 erreicht worden war. Der S&P Global Composite PMI stieg für September auf 58,4 Punkte und signalisierte damit die kräftigste wirtschaftliche Expansion seit Juli 2021.

Verstärkt wurden die Sorgen vor weiteren Zinsschritten durch Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank. Fed-Gouverneur Michael Barr betonte, dass weitere geldpolitische Anpassungen wahrscheinlich notwendig seien, um die Inflation wieder nachhaltig zum Zielwert von zwei Prozent zurückzuführen.

Am Zinsterminmarkt preisten Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im Oktober zeitweise mit rund zwei Dritteln ein. Für wachstumsstarke Technologiekonzerne bedeuten höhere Kapitalmarktzinsen typischerweise Gegenwind, da künftige Gewinne mit höheren Sätzen abdiskontiert werden müssen.

Tech-Schwergewichte uneinheitlich, Staatsgipfel im Fokus

Im Technologiesektor zeigte sich gestern ein gespaltenes Bild. Während Meta gegen den Markttrend zulegen konnte, gerieten andere Branchenschwergewichte wie Alphabet, Amazon und Halbleiterwerte unter Verkaufsdruck. Die Papiere des Chipherstellers Nvidia gaben ebenfalls nach, nachdem die Renditen zweijähriger Anleihen ihren höchsten Stand seit Mai 2024 erreicht hatten.

Parallel dazu beobachten die Marktteilnehmer das politische Geschehen in Washington. US-Präsident Donald Trump empfing gestern Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem mehrtägigen Staatsbesuch.

Laut US-Finanzminister Scott Bessent vereinbarten beide Länder eine Verlängerung des bestehenden Handelswaffenstillstands um zwei Monate bis zum 10. Januar 2027. Bei den Gesprächen stehen unter anderem Handelsfragen, Exportkontrollen für moderne Halbleiter und Vereinbarungen zur künstlichen Intelligenz auf der Agenda.

Zu einem geplanten Staatsbankett im Weißen Haus wurden Spitzenmanager führender Technologiekonzerne eingeladen, darunter Tim Cook von Apple und Jensen Huang von Nvidia.

Trotz des jüngsten Rücksetzers liegt der NASDAQ 100 mit einem Abstand von minus 1,1 Prozent weiterhin nur knapp unter seinem Rekordniveau. Die Marktteilnehmer blicken heute auf anstehende US-Arbeitsmarktdaten sowie nachbörsliche Quartalsergebnisse aus dem US-Unternehmenssektor.

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