NASDAQ, Warsh

NASDAQ 100: Warsh treibt Zinswahrscheinlichkeit auf 66 Prozent

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 01:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Spannungen im Nahen Osten treiben Brent über 90 Dollar, während Zinssorgen und der Arbeitsmarktbericht die Tech-Börsen bewegen.

Nasdaq 100 unter Druck: Ölpreis und Fed-Kurs im Fokus
Ein eleganter Schreibtisch in einem modernen Finanzbüro mit einem Füllfederhalter und Notizbuch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Nahost-Konflikt eskaliert erneut und drückt heute auf die Stimmung an den Technologiebörsen. US-Streitkräfte griffen am Sonntag iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak an, Iran feuerte daraufhin auf US-Stützpunkte in Jordanien. Präsident Trump drohte mit weiterer Vergeltung. Der Ölpreis reagierte deutlich: Brent-Rohöl kletterte am Montag über 90 Dollar je Fass, ein Anstieg von rund drei Prozent gegenüber dem Vortag.

Der Nasdaq 100 notiert aktuell bei 29.340,50 Punkten und gibt damit im Tagesverlauf 0,1 Prozent nach – eine vergleichsweise moderate Reaktion angesichts der Schlagzeilen. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,3 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage sogar von 3,4 Prozent. Die Rally der vergangenen Wochen bleibt damit weitgehend intakt, auch wenn die geopolitische Lage für neue Nervosität sorgt.

Warsh setzt die zweite Front

Neben dem Ölmarkt beschäftigt Anleger vor allem die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbankertreffen in Jackson Hole am vergangenen Freitag. Warsh betonte, die Inflation liege mit 3,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank und rechtfertige möglicherweise eine weitere Zinserhöhung im September.

Die Terminmarkt-Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt sprang laut CME FedWatch von rund 35 bis 41 Prozent vor der Rede auf zuletzt 60 bis 66 Prozent.

Nicht alle Marktteilnehmer teilen diese Einschätzung. US-Finanzminister Scott Bessent verwies laut CNBC auf einen „Angebotsschock“ bei gleichzeitig verhaltener Kerninflation.

JPMorgan bezeichnete eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent für einen September-Hike als verfrüht, während die Bank of America im Jahresverlauf gleich drei Zinserhöhungen für möglich hält. Diese Uneinigkeit erklärt einen Teil der Schwankungsbreite, in der sich der Index zuletzt bewegte.

Tech-Sektor bleibt Stütze trotz Gegenwind

Trotz der doppelten Belastung aus Ölpreis und Zinssorgen zeigte sich der Technologiesektor im bisherigen August widerstandsfähig. Nvidia, Microsoft und Micron verzeichneten im Monatsverlauf zweistellige Kursgewinne, der Tech-Anteil im S&P 500 legte um rund sechs Prozent zu.

Einzelne Werte gerieten am Montag allerdings unter Druck: Nvidia verlor an einem der vergangenen Handelstage 4,6 Prozent, während PG&E nach einem kalifornischen Gesetz zur Haftung bei Waldbränden zweistellig einbrach.

Mit einem Abstand von 4,6 Prozent zum 52-Wochen-Hoch vom 3. Juni bleibt der Index in Reichweite seiner Bestmarke, während der Puffer zum 52-Wochen-Tief von Ende März mit 29 Prozent deutlich größer ausfällt. Die technische Lage bleibt damit ausgewogen: Der Index handelt nahe seinem 50-Tage-Durchschnitt und signalisiert mit einem RSI von rund 50 weder Überhitzung noch akuten Verkaufsdruck.

Ausblick: Arbeitsmarktbericht im Fokus

Für die kommenden Tage rückt der August-Arbeitsmarktbericht in den Fokus, der am Freitag veröffentlicht wird und weitere Hinweise auf den Zinskurs der Fed liefern dürfte.

Sollte sich der Nahost-Konflikt weiter zuspitzen, dürfte der Ölpreis zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen – ein Szenario, das die Debatte um eine September-Zinserhöhung weiter anheizen würde. Anleger dürften die Entwicklung an beiden Fronten in den kommenden Tagen genau verfolgen.

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