NASDAQ 100: Zinsangst trifft KI-Schuldenmodell
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 21:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Rückschlag bei Technologiewerten geht in die nächste Runde. Im Zentrum steht die Sorge, dass steigende Kapitalmarktzinsen die kreditfinanzierten KI-Investitionen der Konzerne verteuern und hinterfragen. Der Index verlor zum Handelsstart am Donnerstag rund ein Prozent auf 29.643 Punkte.
Marke von 30.000 Punkten gerissen
Am Mittwoch war der Index erstmals seit fast vier Wochen unter 30.000 Zähler gefallen. Er schloss bei 29.997 Punkten. Zuvor hatte er den Tag bei rund 30.560 Punkten begonnen und lange seitwärts tendiert, ehe am Nachmittag breite Verkäufe einsetzten. Die Tagesspanne von 782 Punkten war mehr als dreimal so groß wie am Vortag.
Charttechnisch hat sich das Bild eingetrübt. Der Bruch der 30.000er-Marke und der 200-Tage-Linie gilt als bärisches Signal. Im Stundenchart nennen Analysten Abwärtsziele bei rund 29.390 und 29.085 Punkten. Eine Entspannung wäre erst nach einem Stundenschluss oberhalb der 20-Stunden-Linie bei etwa 29.980 Punkten denkbar.
Chipwerte und Coreweave unter Druck
Besonders hart traf es Halbleiter- und Speicherwerte. Vorbörslich gaben Western Digital, Seagate, Micron, Intel und AMD zwischen 3,5 und 5,5 Prozent nach.
Coreweave setzte den Absturz fort. Die Aktie hatte am Vortag 15,5 Prozent verloren und büßte vorbörslich weitere 4 Prozent ein. Das hoch verschuldete Unternehmen bietet KI-Cloud-Dienste an und konkurriert mit finanzstarken Hyperscalern wie Amazon, Alphabet und Microsoft. Genau diese Konstellation macht den Titel zum Gradmesser für die Zinsangst im KI-Sektor.
Der Dow Jones hielt sich besser. Die großen Tech-Werte sind dort deutlich geringer gewichtet als im Nasdaq 100. Vorbörslich sah der Broker IG den Dow leicht im Plus bei rund 51.790 Punkten.
Entspannung am Anleihemarkt
Etwas Luft verschaffte der US-Anleihemarkt: Die Renditen gaben am Donnerstag nach. Konjunkturdaten zu Einzelhandel und Arbeitsmarkt hinterließen vorbörslich kaum Spuren.
Für den Tagesverlauf rechnen technische Analysten mit einer Handelsspanne von etwa 29.470 bis 30.075 Punkten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung sehen sie bei 55 Prozent. Gelingt der Rückweg über 30.000 Punkte nicht, rückt die Zone um 29.390 Punkte als nächste Unterstützung in den Blick.
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