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National Grid Aktie: Gewinn je Aktie übertrifft Konsens

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Versorger steigert die Halbjahresgewinne und plant höhere Investitionen; Finanzierungskosten und Regulierung bleiben entscheidende Faktoren.
National, Grid, Aktie, Gewinn, Konsens, Versorger, Halbjahresgewinne, Investitionen;, Finanzierungskosten, Regulierung Illustration mit AI erstellt.

National Grid erwartet für das Geschäftsjahr 2026/27 ein stärkeres Gewinnwachstum als bisher. Gestern erhöhte das Unternehmen seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 15–16% nach zuvor 13–15%. Für Anleger spricht das höhere Ziel für Fortschritte beim Netzausbau, sofern steigende Finanzierungskosten und regulatorische Vorgaben den Ergebniszuwachs nicht aufzehren.

Ergebnis über Erwartungen, aber mit Sondereffekten

Im Halbjahr bis Ende September stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um 22% auf 36,5 Pence. Damit übertraf National Grid den Analystenkonsens von 35,1 Pence. Als Treiber nannte das Unternehmen den neuen britischen Regulierungsrahmen RIIO-T3 sowie das Wachstum der regulatorischen Vermögensbasis in den USA.

Die Analysten von Jefferies verwiesen allerdings auf ein gemischtes Bild: Während der Gewinn je Aktie die Erwartungen übertraf, blieb das operative Ergebnis leicht hinter dem Konsens zurück. Das Haus hielt an seiner neutralen Einstufung fest. Damit steht der besseren Jahresprognose eine zurückhaltende Analysteneinschätzung gegenüber.

Der Vorsteuergewinn erreichte 1,73 Milliarden Pfund und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Günstige zeitliche Effekte und einmalige Bewertungsgewinne beeinflussten das Ergebnis. Die Stärke des ausgewiesenen Gewinnanstiegs lässt sich deshalb nur dann fortschreiben, wenn das laufende Netzgeschäft die Entwicklung zunehmend trägt.

Besonders kräftig entwickelte sich die britische Stromübertragung. Sie profitiert vom Start des neuen Regulierungsrahmens. Für die weitere Ergebnisentwicklung kommt es darauf an, wie zuverlässig National Grid seine Projekte umsetzt und welche Renditen die Regulierung ermöglicht.

Höhere Investitionen verlangen finanzielle Disziplin

Für das laufende Geschäftsjahr plant National Grid Investitionen von rund 13,5 Milliarden Pfund. Das sind 0,5 Milliarden Pfund mehr als bislang vorgesehen. Der Ausbau konzentriert sich auf die Netze in Großbritannien und im Nordosten der USA.

CEO Zoë Yujnovich erklärte, die Fortschritte im Halbjahr stärkten das Vertrauen in die Umsetzung des Fünfjahresplans. Für Anleger ist die beschleunigte Umsetzung positiv, sofern aus den höheren Ausgaben auch das angestrebte Wachstum der regulatorischen Vermögensbasis und der Erträge entsteht.

Bis zum Geschäftsjahr 2030/31 will National Grid mindestens 70 Milliarden Pfund investieren. Das langfristige Ziel für das jährliche bereinigte Gewinnwachstum je Aktie liegt bei 8–10%. Die angehobene kurzfristige Prognose fügt sich damit in ein deutlich größeres Ausbauprogramm ein.

Dessen Finanzierung bleibt ein wesentlicher Prüfstein. Höhere Finanzierungskosten könnten einen Teil des operativen Fortschritts absorbieren. Zugleich hängt die Wirtschaftlichkeit der Netzinvestitionen davon ab, welche Kosten die Regulierungsbehörden anerkennen und welche Renditen sie zulassen.

Dividende wächst neben dem Ausbauprogramm

National Grid beschloss eine Zwischendividende von 16,97 Pence je Stammaktie. Die Auszahlung ist voraussichtlich für den 12. Januar 2027 vorgesehen. Maßgeblich ist der Stichtag 20. November.

Für Aktionäre stehen damit Ausschüttung und Netzausbau nebeneinander. Die höhere Gewinnprognose stärkt die Ertragsperspektive, sofern National Grid den Investitionsplan innerhalb der regulatorischen und finanziellen Grenzen umsetzt. Entscheidend wird sein, wie viel des zusätzlichen operativen Ergebnisses nach Finanzierungskosten dauerhaft je Aktie ankommt.

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