Nel ASA Aktie: 135 Millionen Euro EU-Förderung zugesagt
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nel ASA hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal einen tiefen Einblick in die aktuelle Verfassung des norwegischen Wasserstoffkonzerns gegeben. Der Umsatz aus Verträgen sank auf 153 Millionen Kronen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz fiel um 15 Prozent auf 182 Millionen Kronen. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 189 Millionen Kronen.
Iwatani-Vergleich belastet operatives Ergebnis
Das operative Ergebnis geriet mit einem EBITDA von minus 155 Millionen Kronen deutlich negativ. Ein wesentlicher Teil dieser Belastung stammt aus einem Vergleich mit dem japanischen Partner Iwatani über 70 Millionen Kronen. Die Kasse schmolz binnen eines Jahres um 31 Prozent auf 1.328 Millionen Kronen. Auf Segmentebene zeigte sich ein gemischtes Bild: Die PEM-Elektrolyseur-Sparte verzeichnete zwar einen Umsatzrückgang von 10 Prozent im Jahresvergleich, konnte aber gegenüber dem Vorquartal um 31 Prozent zulegen und lieferte mit einem EBITDA von 3 Millionen Kronen einen der wenigen positiven Werte der Bilanz. Die Alkali-Elektrolyseur-Sparte litt stärker, mit einem Umsatzminus von 14 Prozent, während das EBITDA in etwa auf Vorjahresniveau blieb.
Ein Lichtblick war der Auftragseingang, der um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen sprang – 96 Prozent davon entfielen auf die PEM-Technologie. Der Auftragsbestand liegt mit 1.213 Millionen Kronen zwar 3 Prozent unter dem Vorjahreswert, signalisiert aber angesichts der schwachen Umsatzentwicklung zumindest eine gewisse Stabilität in der Nachfrage.
PA-Series und EU-Förderung als strategischer Hebel
Im Zentrum der langfristigen Strategie steht die im Mai kommerziell eingeführte PA-Series, eine druckbeaufschlagte Alkali-Elektrolyseur-Plattform. Nel will damit die Kapitalkosten gegenüber bestehenden Marktlösungen um 40 bis 60 Prozent senken. Für eine 25-Megawatt-Anlage strebt das Unternehmen einen schlüsselfertigen Preis unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt an. Das Management rechnet in den kommenden Monaten mit den ersten Bestellungen für die neue Plattform. Bis Ende 2026 soll eine Fertigungskapazität von 500 Megawatt stehen, die 2027 auf 1 Gigawatt ausgebaut werden soll.
Rückenwind für dieses Vorhaben kommt aus Brüssel: Der Innovationsfonds der EU hat Nel eine Förderung von 135 Millionen Euro zugesagt, die den Ausbau der PA-Series-Fertigung am Standort Herøya unterstützen soll. Die Mittel decken bis zu 60 Prozent der anrechenbaren Investitions- und Betriebskosten ab und sind an Meilensteine gebunden. Mit der jüngsten Investitionsentscheidung soll bereits eine erste Auszahlung von mehr als 10 Millionen Euro freigeschaltet werden. Die technologische Basis dafür legte Nel bereits Ende 2025, als die endgültige Investitionsentscheidung für die Gigawatt-Fertigung fiel und ein Prototyp im vollen Maßstab die angestrebte Systemeffizienz bestätigte.
Aktie verharrt nahe Jahrestief
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage weiterhin wider. Die Nel-Aktie notiert aktuell bei 0,1972 Euro und legt am heutigen Freitag um 0,51 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,1731 Euro, das Ende Februar markiert wurde, ist das Papier nur noch 13,92 Prozent entfernt – ein deutliches Zeichen dafür, wie nah der Kurs am Jahrestief verläuft. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 7,98 Prozent nach unten, was auf einen anhaltenden mittelfristigen Abwärtstrend hindeutet. Der RSI von 41,5 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation, sondern eine neutrale Marktstimmung ohne klare Richtung.
Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Monate, in denen sich zeigen muss, ob die PA-Series tatsächlich erste nennenswerte Bestellungen generiert. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 21. Oktober angesetzt und dürften Aufschluss darüber geben, ob sich der Umsatzrückgang stabilisiert und die neue Plattform operativ Fahrt aufnimmt.
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