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Nel ASA Aktie: 230 Millionen Kronen Auftragseingang

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nel kämpft mit rückläufigen Umsätzen und laufender Restrukturierung. Der Auftragseingang wächst jedoch deutlich, während die EU-Förderung als nächster Impulsgeber gilt.

Nel ASA: JPMorgan senkt Kursziel, Wasserstoff-Aktie unter Druck
Moderne Wasserstoff-Elektrolyseanlage in einer industriellen Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

JPMorgan-Analyst Patrick Jones hat am heutigen Mittwoch das Kursziel für Nel ASA nach unten korrigiert. Der genaue neue Zielwert liegt nicht vor, die Anpassung reiht sich aber in eine Phase ein, in der der norwegische Wasserstoff-Spezialist mit schwächeren Umsätzen und einer laufenden Neuausrichtung kämpft. Der Aktienkurs notiert aktuell bei 0,1964 Euro und gibt am Tag um 0,91 Prozent nach.

Charttechnisch bleibt das Bild angespannt: Mit einem Abstand von 46,27 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, erreicht am 25. Mai, liegt die Aktie deutlich unter ihren Jahresspitzen. Zum 52-Wochen-Tief von 0,1731 Euro vom 26. Februar besteht dagegen noch ein Puffer von 13,46 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 40,6 signalisiert eine neutrale bis leicht schwache Marktstimmung, ohne dass es Signale für eine unmittelbare Trendwende gibt.

Schwache Umsätze, starker Auftragseingang

Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal 2026, veröffentlicht am 15. Juli, zeichnen ein gemischtes Bild. Der Umsatz aus Kundenverträgen sank um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen, verglichen mit 174 Millionen Kronen im Vorjahresquartal. Das EBITDA fiel mit minus 155 Millionen Kronen negativ aus, belastet auch durch einen Einmaleffekt von 70 Millionen Kronen aus einem Rechtsvergleich mit Iwatani Corporation of America, den Nel Anfang Juni geschlossen hatte.

Deutlich positiver entwickelte sich der Auftragseingang: Er stieg im zweiten Quartal um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen, getrieben vor allem durch Nachfrage nach PEM-Elektrolyseuren. Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 1,213 Milliarden Kronen. Dieser Kontrast zwischen sinkendem Umsatz und wachsendem Auftragseingang dürfte für Analysten und Anleger in den kommenden Quartalen der entscheidende Beobachtungspunkt bleiben.

Kostensenkung nach Abspaltung, neue Produktplattform

Nel hat im Zuge der Abspaltung von Cavendish Hydrogen seine Kostenbasis verschlankt. Wie das Management am 30. Juli in einer Telefonkonferenz bestätigte, sank die Mitarbeiterzahl von 430 auf 313. Parallel treibt das Unternehmen seine neue "PA-Series" voran, eine Plattform für Druckalkali-Elektrolyseure, die bereits im Mai vorgestellt wurde. Ziel ist es, für 25-Megawatt-Anlagen schlüsselfertige Kosten von unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt zu erreichen – deutlich unter dem Branchenstandard von rund 3.000 US-Dollar pro Kilowatt.

An der Unternehmensspitze steht ein Wechsel bevor: Vorstandsvorsitzender Håkon Volldal hatte im Juni seinen Rücktritt angekündigt, bleibt aber während einer sechsmonatigen Kündigungsfrist im Amt, während der Verwaltungsrat einen Nachfolger sucht.

EU-Förderentscheidung als nächster Katalysator

Für die kommenden Tage richtet sich der Blick auf Brüssel. Die EU-Kommission will die Ergebnisse ihres Förderprogramms "HORIZON-JU-CLEANH2-2026" Anfang August bekanntgeben, für das 170 Projekte zur Produktion und Speicherung von grünem Wasserstoff eingereicht wurden. Nel hatte zuvor bereits eine Zusage über bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds erhalten. Eine positive Entscheidung könnte kurzfristig für Kursimpulse sorgen.

Nel hat zudem angekündigt, die formelle Erhebung und Veröffentlichung von Analystenschätzungen künftig einzustellen, da die Zahl der teilnehmenden Analysten zurückgegangen sei. Die nächsten Quartalszahlen zum dritten Quartal 2026 sind für den 21. Oktober terminiert – bis dahin bleibt die Balance zwischen sinkendem Umsatz und kräftigem Auftragswachstum der zentrale Prüfstein für die Aktie.

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de | NO0010081235 | NEL | boerse | 69920541 |