NetApp Aktie: Metadaten-Zukauf abgeschlossen
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 21:46 Uhr | Redaktion boerse-global.deNetApp hat die Übernahme von PEAK:AIO vollzogen. Der Speicherspezialist holt sich damit Technik ins Haus, die ein bekanntes Nadelöhr moderner KI-Rechenzentren entschärfen soll: den ständigen Datenfluss zu den GPUs.
Was NetApp gekauft hat
PEAK:AIO sitzt in Manchester und entwickelt softwaredefinierte KI-Speicher, die auf Standardhardware laufen. Die Spanne reicht vom einzelnen Server bis in den Exabyte-Bereich. Eingesetzt wird die Technik unter anderem am Los Alamos National Laboratory, an der Carnegie Mellon University und am Oxford Robotics Institute.
Der Kern des Deals sind Metadaten-Dienste und parallele Namespaces. NetApp will sie in seine ONTAP-Architektur integrieren und damit die Hochleistungslösung Novus antreiben. Diese zielt auf Dateisysteme im Zettabyte-Maßstab für KI-Clouds und GPU-as-a-Service-Anbieter. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben.
Warum Metadaten den Unterschied machen
Teure GPUs rechnen nur dann wirtschaftlich, wenn sie ohne Wartezeit mit Daten versorgt werden. Genau hier setzt die Architektur an. Sie trennt Metadaten von den eigentlichen Daten, sodass die Leistung mit der Zahl paralleler Zugriffe mitwächst. Laut Produktchef Syam Nair geschieht das auf Basis offener Standards statt proprietärer Clients.
Für bestehende ONTAP-Kunden soll ein klarer Entwicklungspfad entstehen. Sie könnten mehr KI-Workloads auf vorhandener Infrastruktur betreiben, ohne die gewohnte Sicherheit und Ausfallsicherheit aufzugeben.
CEO George Kurian gibt sich selbstbewusst. Mit dem Zukauf setze sich NetApp "deutlich vom Markt ab", sagte er. Das ist eine Selbsteinschätzung, die sich erst im Wettbewerb mit anderen Speicheranbietern beweisen muss.
Einordnung
Die Integration steht erst am Anfang. NetApp betont selbst, dass Funktionen, Zeitplan und Verfügbarkeit der neuen Fähigkeiten im eigenen Ermessen liegen und sich ändern können. Konkrete Termine für Novus mit der PEAK:AIO-Technologie nennt das Unternehmen nicht.
Strategisch ist der Schritt dennoch klar lesbar: NetApp will vom Ausbau der KI-Infrastruktur nicht nur über klassische Unternehmensspeicher profitieren, sondern gezielt bei den datenhungrigen Neocloud-Anbietern punkten. Ob die Metadaten-Technik dort Marktanteile bringt, zeigen künftig Kundenprojekte rund um Novus.
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