NetEase: 7 Milliarden Yen für Gang of Dragon
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NetEase korrigiert seine globale Strategie. Der chinesische Videospiel-Riese kappt seine teuren Ambitionen auf dem japanischen Markt. Statt auf riskante Blockbuster aus dem Ausland setzt der Konzern künftig wieder voll auf sein lukratives Heimgeschäft.
Das Ende für das Nagoshi Studio in Tokio markiert den Wendepunkt. NetEase stellte die Finanzierung für das Projekt Gang of Dragon ein. Rund 7 Milliarden Yen wären für die Fertigstellung nötig gewesen. Umgerechnet sind das etwa 44 Millionen US-Dollar. Da kein neuer Publisher einsprang, schloss das Studio seine Türen.
Die Kehrtwende spiegelt sich auch auf der kommenden Tokyo Game Show Ende August 2026 wider. NetEase und der Rivale Tencent fehlen dort im Ausstellungsbereich für Konsumenten. Die Zeit der massiven Expansion in japanische AAA-Studios scheint vorerst vorbei. Das Management konzentriert seine Mittel nun auf Titel, die bereits heute verlässlich Geld verdienen.
Ausblick auf das zweite Quartal
Mitte August präsentiert NetEase die Bilanz für das zweite Quartal. Analysten der Bank Nomura rechnen mit einem Umsatz von rund 29 Milliarden RMB. Das entspräche einem Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn dürfte jedoch unter den Markterwartungen liegen.
Nomura kalkuliert mit einem Nettogewinn von 9,4 Milliarden RMB. Marktbeobachter hatten zuvor mit 10,2 Milliarden RMB gerechnet. Dieser erwartete Rückgang hat wenig mit den Spielen selbst zu tun. Vielmehr belasten Verluste aus Finanzbeteiligungen an E-Commerce-Größen wie Alibaba und Pinduoduo die Bilanz.
Fokus auf Live-Services
Das operative Herzstück bleibt stabil. NetEase pflegt seine großen Marken durch kontinuierliche Updates. Der Free-to-Play-Hit Naraka: Bladepoint erhielt jüngst neue Inhalte zum fünfjährigen Jubiläum. Parallel dazu plant das Unternehmen den Konsolenstart des Survival-Spiels Once Human für Ende August.
An der Börse zeigt sich das Papier widerstandsfähig. Mit einem Schlusskurs von 114,00 Euro notiert die Aktie knapp zwei Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die Zahlenvorlage Mitte August bringt Klarheit darüber, wie stark die Investmentverluste das operative Wachstum bremsen.
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